Die artgerechte Haltung der Chinchilla

Die artgerechte Haltung der Chinchilla

Chinchillas stammen aus Südamerika, dort leben Chinchillas in den Anden in einer trockenen und eher vegetationsarmen Gegend. Chinchillas ernähren sich dort von Gräsern, Kräutern, Zweigen, Blättern und Kakteen. An Früchte oder Wurzeln kommen sie in ihrem natürlichen Habitat nur selten. Chinchillas sind zunächst scheue, nachtaktive Nagetiere. Chinchillas sind Rudeltiere. Sie sollten Chinchillas nicht als Einzeltiere halten, sondern mindestens zwei Tiere zusammen. Gleichgeschlechtliche Tiere vertragen sich recht gut, solange

kein Tier des anderen Geschlechts in der Nähe ist. Chinchilla-Paarhaltung ist nur zu empfehlen, wenn der Bock kastriert ist, oder Sie Chinchillas züchten möchten. Die Kastration bei Chinchillas ist ein risikoreicher Eingriff.
Chinchillas können ca. 2 - 3 x jährlich zwischen 1 - 4 Babys zur Welt bringen. Da Chinchillas eine hohe Lebenserwartung - 15 bis 20 Jahre alt - werden kann die Vermehrung schnell außer Kontrolle geraten. Das Wichtigste für Chinchillas ist eine gesunde und abwechslungs- und rohfaserreiche Ernährung und eine artgerechte, hygienische Haltung! Chinchillas haben ein sehr gutes Gehör und sind in der Lage, Töne wahr zu nehmen, die wir Menschen nicht mehr hören.

In der Wildnis gibt es zwei Chinchilla-Arten:

Langschwanz-Chinchillas = Lanigera
Kurzschwanz-Chinchillas = Brevicaudata 

Die Ernährung der Chinchillas

Chinchillas benötigen ausreichend Vitamine und Mineralien. Die Fütterung der Chinchillas erfolgt mit hochwertigen Pelletfutter, so wie getrockneten Kräutern, Äpfel und Gemüse. Pellets sollten nicht länger als 4 Monate gelagert werden. Bei zu langer Lagerung gehen Vitamine verloren. 
Das gesündeste und natürlichste Nahrungsmittel für Chinchilla wäre eine Wildwiese mit verschiedenen Gräsern und Kräutern. Gras und Wiesenkräuter enthalten nahezu alle Nährstoffe, die ein Chinchilla benötigt. Die in Gras und Kräutern enthaltene Rohfaser hält den Darm in Schwung und beim Zermahlen der Nahrung werden die Zähne durch die Rohfaser und Kieselsäure optimal abgenutzt. Die meisten Chinchillas sind frisches Grünfutter nicht gewöhnt, da sie es beim Züchter nicht bekommen. Deshalb ist es lebenswichtig, dass frisches Grünfutter sehr sehr langsam angefüttert wird, indem sie sehr kleine Mengen geben und es langsam steigern, bis die putzigen Chinchillas das Grünfutter problemlos vertragen. Gras und Kräuter stehen natürlich nicht immer in ausreichender Menge zur Verfügung, Heu ist ein guter Ersatz.

  • Die Pellets der Chinchilla können auch durch Sämereien verschiedener Kräuter und Grassamen ersetzt werden. Dazu eignet sich eine Mischung aus 40 % Grassamen und 60 % Kräuter- /Ölsamen
  • Grassamen: 

    (z.B. Kammgras, Rohrschwingel, Knaulgras, Weidelgras - nur Ware aus Deutschland verwenden um das Einschleppen fremder Pflanzen in den heimischen Lebensraum zu verhindern 

  • ÖlsamenNegersaat, Kardi, Perilla, Leinsaat, Mohn, Sesam, Sonnenblumen, Kürbis, Leindotter
  • Kräutersamen:Löwenzahn, Bockshornklee, Fenchel, Dill, Petersilie, Kerbel, Luzerne, Heublumensamen, Wildblumensamen, Gänseblümchensamen, Mariendistel

Sind Chinchillas erst einmal an frisches Grünfuttergewöhnt, können sie auch langsam an Gemüse gewöhnt werden. Chinchillas vertragen keine großen Zuckermengen, deshalb sollten sie nur einzelne Salatblätter bekommen. Knollengemüse wird nur in kleinen Mengen (stückchenweise) angeboten. Chinchillas lieben Petersilie, doch bei trächtigen Weibchen kann Petersilie eine Frühgeburt auslösen. Die tägliche kleine Portion Gemüse ergänzt den Chinchilla-Speiseplan. Chinchillas lieben Obst, am liebsten Beeren, aber bitte nur als seltenes Leckerchen, da Obst zu zuckerhaltig ist. Zitrusfrüchte sind zu sauer.
Chinchillas sind ziemlich tolerant gegenüber Kälte, jedoch sehr empfindlich gegenüber Hitze, da die Gefahr eines akuten Hitzschlages besteht. Optimal sind Temperaturen zwischen 18-22 Grad Celsius.

Die Chinchillas

Gewicht der Chinchillas zwischen 400 - 1000 g 
Geschlechtsreife Weibchen zwischen dem 6 - 8 Monat Böckchen zwischen dem 4 - 5 Monat
Zuchtreife Bei Weibchen frühestens ab dem 10. Lebensmonat
Alter Chinchillas können zwischen 15 - 22 Jahre alt werden
Größe Körperlänge ohne Schwanz ca. 20 und 26 cm, der Schwanz kann ca. 10 - 20 cm lang werden

Da Chinchilla sehr bewegungsfreudig sind, brauchen sie eine große Voliere mit verschiedenen Kletter- und Springmöglichkeiten mit mehreren Etagen. Chinchillas machen relativ viel Schmutz, denn Chinchillas werden nicht stubenrein. Der Kot ist fest, wird aber beim Freilauf durch die viele Bewegung überall verteilt. Zur Fellpflege benötigen sie ein Sandbad mit sehr feinem Sand, der einen entsprechenden Seitenschutz benötigt, da ansonsten der Sand schnell weiträumig verteilt wird.

Analdrüse Chinchillas haben am After eine Drüse die teilweise stark sekretiert, indem eine gelbliche, zähe Flüssigkeit absondert. Das ist die Analdrüse, die nicht mit einem Eitergeschwür oder einer Entzündung verwechselt werden sollte.
Haare / Fell Chinchilla-Haare sind sehr fein und werden in Schreckreaktionen und beim Fellwechsel abgestoßen. Deshalb können Chinchillas bei empfindlichen Menschen Allergien auslösen.
Köttelfressen Chinchillas spalten in ihrem Blinddarm Vitamine und Mineralien auf, sie nehmen diese dann mit dem Kot wieder auf. Köttelfressen ist für Chinchilla normal und gesund und darf auf keinen Fall unterbunden werden.
Zähne Die Vorderseite gesunder Chinchillazähne ist durch eine starke mineralisierte Schicht gelb, gelb-orange oder bräunlich. Sind die Zähne sehr hell oder sogar weiß, brechen sie leicht, es kann ein Vitamin- und/oder Mineralstoffmangel vorliegen.
Gewicht Da Chinchillas ein dichtes Fell haben, sollten Sie regelmäßig das Gewicht der Tierchen prüfen. Gesunde Tiere haben eine spührbare Polsterung. Zu dick sind sie selten, aber wenn sie sich eher schwammig anfühlen, sollten Sie das Futter etwas reduzieren und für mehr Bewegung sorgen. 
Dauerauscheider Chinchillas sind Dauerauscheider, sie "Kötteln" ständig und verlieren die Köttel überall, wo sie sich gerade aufhalten.
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