Artgerechte Haltung der Frettchen

 Die Haltung von Frettchen

Frettchen (Mustela putorius furo) leben heutzutage als Haustiere, sie werden schnell zahm und sind verspielt. Frettchen gehören zur Familie der Marderartigen oder auch Mustelaidae. Zu den Unterfamilien gehören die Marder, Dachse, Otter oder aber auch die Wiesel. Das Frettchen als Haustier gibt es mittlerweile durch Züchtung in vielen verschiedenen Fellfarben. Frettchen sind sehr sozial, sie spielen angeregt und wild miteinander, jagen sich gegenseitig, springen sich an, kuscheln miteinander

und putzen sich gegenseitig. Früher wurden Frettchen oft zu Jagdzwecken gehalten, die Jagd ist allerdings für ein Frettchen zu gefährlich. Die meiste Zeit des Tages (ca. 13-18 Stunden) schlafen Frettchen, die restliche Zeit sind die sehr aktiv.
 

Die Erziehung von Frettchen

Vergessen Sie nie, dass Sie ein "Wild-Tier" bei sich leben haben, dann klappt das Miteinander auch mit Ihrem Frettchen auch! Die Erziehung eines Frettchen erfolgt ähnlich wie beim Hundewelpen, Belohnung für richtiges Verhalten, Ignoranz bei Fehlverhalten! Wenn das Frettchen gar nicht "verstehen und aufhören will", können Sie das Frettchen als letzte Erziehungsmaßnahme - in dem Moment, wenn Sie das Frettchen bei einem unerwünschten Verhalten erwischen - in den Nacken packen und leicht schütteln. Sobald Sie ihr Frettchen auf diese Weise hochnehmen, bekommt es Angst und denkt, dass es nun gefressen wird. Das passiert nämlich in der freien Natur mit wilden Tieren. So begreift Ihr Frettchen das Fehlverhalten und ist froh, dass es diese heikle Situation überlebt hat. Sie sollten das Frettchen danach unbedingt eine gewisse Zeit noch ignorieren. Beim Frettchen ist allerdings Vitaminpaste die Belohnung für richtiges Verhalten.

Wenn Ihr Frettchen seinen Kopf etwas in den Nacken legt und unkoordiniert nach hinten tapst und Sie dabei nicht aus den Augen lässt, ist das eine Aufforderung zum Spielen. Das Frettchen wird die Aufforderung so oft wiederholen, bis Sie nachgeben und das Spielen beginnt. Auch Gassi-Gehen lieben die Frettchen, jedoch ausschließlich mit Frettchen-Geschirr, dass sehr gut sitzen muss. Die Gewöhnung sollte in der Wohnung stattfinden. Lassen Sie Ihr Frettchen bitte unbedingt bei den Spaziergängen angeleint. Es sind Jagdtiere, die einer Fährte folgen und für immer verschwinden, sobald sie eine Witterung aufgenommen haben. Die Sinne der Frettchen sind immer auf die Jagd abgestimmt. Beim Spaziergang an der Leine kann das Frettchen auch nach Stunden andere Tiere riechen, die dort gelaufen sind.

Eine weitere, wichtige Erziehungsmaßnahme der Frettchen ist die zur Stubenreinheit. Sie werden Ihr Frettchen zwar nicht komplett stubenrein bekommen, aber Sie können Frettchen durch das Aufstellen von Katzenklos - in der Nähe der Schlafplätze, da der erste Gang nach dem Aufwachen fast immer die Toilette ist - davon abhalten, die nächste Ecke als Kloo zu missbrauchen.

Verletzte oder eingeklemmte Frettchen sind in Panik, aggressiv, haben Angst und können deshalb schmerzhaft zubeißen. Zur eigenen Sicherheit und um dem Tierchen nicht noch mehr weh zu tun, ist es am besten, das Tier mit einem Handtuch ruhig aber beherzt zu greifen.

Haltung von Frettchen in der Wohnung

Frettchen lieben es überall hinein zu krabbeln und zu kriechen, um den Inhalt zu erforschen. Blumentöpfe sind besonders interessant fürs Frettchen, sie graben und buddeln bis die ganze Erde im Zimmer verteilt ist. Bitte ergreifen sie entsprechende Vorsorge-Maßnahmen zur Pflanzensicherung. Die Wohnung sollte frettchensicher umkonstruiert werden, damit keine Unfälle passieren oder die Tiere nicht flüchten. Zerbrechliche Gegenstände sollten Sie sichern. Frettchen können vom Stand aus ca. 80 cm hochspringen und ca. 160 cm weit. Frettchen sind sehr schnelle und flinke Tiere. Sie sollten speziell bei Türen, Balkone und Fenster aufpassen. Gekippte Fenster können schnell zu einer lebensbedrohlichen Situation für die Frettchen werden. Sie sollten möglichst alle kleinen Ritzen und Löcher verschließen, da Frettchen in kleine Löcher krabbeln und stecken bleiben, oder sie nutzen um Lebensmittel zu "bunkern".

Auch bei einer reinen Wohnungs- Haltung der Frettchen ist es sinnvoll, wenn ein Käfig als Rückzugs- und Schlafplatz für die Frettchen zur Verfügung steht. Auch wenn ein Frettchen einmal krank ist, braucht das Frettchen Ruhe und kann darin separat von den anderen Tieren weggeschlossen werden.

Frettchen brauchen Beschäftigung! Dazu können Sie dem Frettchen Katzenspielzeug anbieten, Buddelkisten mit Bällen, zerrissenes, zerknülltes Packpapier, leere Überaschungseier, Laub oder Vergleichbares, indem die Frettchen Eintauchen und Spielen können. Auch Röhren (Drainageröhren, Baugeschäft) eignen sich zum Spielen und Klettern. Auch Kratzbäume für Katzen sind sehr beliebt beim Frettchen, da die Frettchen sich in den Höhlen zurückziehen können. Als Schlafmöglichkeiten bieten sich Hängematten, Schlaftunnel, Decken, Hunde- oder Katzenbetten an.

 

Frettchen-Haltung im Käfig

Eine Käfighaltung der Frettchen ist ebenfalls möglich. Die Mindestgrundfläche bei einer Käfighaltung beträgt für ein Frettchen 2 m². Für jedes weitere Frettchen kommt noch mal 0,5 m² dazu. Die Höhe sollte mindestens 80 cm betragen. Frettchen-Käfige aus dem Tierhandel sind oft zu klein. Das Frettchen sollte täglich die Möglichkeit zum Freilauf für mindestens 4-6 Stunden haben. Hierfür muss die Wohnung "frettchensicher" gemacht werden (s.o.).

Da Frettchen Fleischfresser sind, die gerne ihr Futter bunkern, sollten Sie Einstreu im Käfig vermeiden. Da die Frettchen im Einstreu Ihr Futter verstecken, kann es am Futter hängen bleiben und dann beim Fressen zum lebensgefährlichen Darmverschluss führen. Weiche Decken werden sehr gerne von den Tieren angenommen. Weitere Schlafmöglichkeiten wie Kissen, Hängematten oder Schlafhäuser dürfen auf keinem Fall fehlen. Auch bei der Käfig-Haltung sollte das Katzenklo möglichst nahe am Schlafplatz sein. Ein fester Futterplatz mit und Trinkwasser muss für die Frettchen immer erreichbar sein. Der Käfig sollte an einem trockenen Platz, an dem es nicht ziehen darf und der nicht über 30 °C erwärmt wird, ansonsten könnten die Tiere einen Hitzschlag erleiden.

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Fütterung der Frettchen

Frettchen sind kleine, putzige Raubtierchen und in erster Linie Fleischfresser. Daher benötigen die Frettchen einen sehr hohen Eiweiß-/Proteinanteil in der Nahrung. Ein ausgewachsenes Frettchen benötigt etwa zwischen 150 und 200 g Futter pro Tag. Frisches Trinkwasser sollte immer zur Verfügung stehen.

Aufgrund der anatomischer Eigenheiten des Verdauungstraktes des Frettchens - Frettchen haben einen äußerst kurzen Magen-Darm-Kanal und keinen Blinddarm - ist die Verweildauer des Futters im Darm des Frettchens ca. drei Stunden. In dieser Zeit muss die Aufschließung der Nahrungsbestandteile durch Verdauungsenzyme und bakterielle Prozesse erfolgen. Darum braucht das Frettchen mehrfach am Tag sehr nährstoffreiches, hochwertiges und leicht verdauliches Futter. Einseitig oder falsch ernährte Frettchen zeigen Symptome wie Mangelerscheinungen und Stoffwechselstörungen, z.B. stumpfes Fell, geschwächtes Immunsystem und schlechter Allgemeinzustand.

Sie können dem Frettchen fertiges Frettchen- Futter geben, das speziell auf die besonderen Ernährungs-Bedürfnisse des Frettchens abgestimmt ist. Dieses Futter ist nach wissenschaftlichen Erkenntnissen der Tierernährung speziell für Frettchen zusammengesetzt, enthält alle benötigten Nährstoffe, Vitamine, Mineralien und Spurenelemente.

  • Um den hohen Bedarf des Frettchens an Energie und Eiweiß zu gewährleisten, darf Obst, Gemüse, Frischfleisch oder Flockennahrung nur noch zu max. 20 % zugefüttert werden. 
  • Sie können Katzen- und Hundefutter an das Frettchen verfüttern. 
  • Sie können das Futter des Frettchens selbst zusammenstellen, dabei ist eine ausgewogene, Vitamin- und Mineralstoffreiche Zusammenstellung des Futters wichtig.
  • Sie können Rind-, Wild- und Pferdefleisch in gekochter Form als Frettchen-Futter verwenden.
  • Herz, Leber und Niere, sowie frischer, ungewaschener Rinderpansen eignen sich ebenfalls, um dem Frettchen eine abwechslungsreiche Kost zu bieten.
  • Bei Fütterung von Muskelfleisch, Herz oder Innereien ist beim Frettchen wegen dem hohen Phosphatgehalt die Zugabe von Kalzium besonders wichtig. In Apotheken erhalten Sie das hierfür bewährte "Osspulvit", dass besonders junge und säugende Frettchen benötigen.
  • Speisereste sind nur in kleinen Mengen erlaubt, da einige Lebensmitte giftig für Tiere sind un da das Essen Gewürze enthält, auf denen einige Tiere mit Durchfall regaieren.
  • Die meisten Frettchen lieben Milch, aber bitte nur in geringen Mengen wegen der Lactose (kann Durchfall verursachen). 
  • Füttern Sie Ihr weder mit rohem noch mit gekochtem Schweinefleisch (Frettchen sind für die Aujeszkysche Krankheit anfällig)

 

Körperpflege der Frettchen

Frettchen sind sehr reinliche Tiere, ihr Fell benötigt keine spezielle Pflege. Frettchen putzen sich selbst ausgiebig. Dieses Fell verliert ein Frettchen zweimal im Jahr, während des Fellwechsels sollten Sie das Frettchen mit einer weichen Bürste "mit dem Strich" kämmen. Zahnpflege der Frettchen erfolgt durch Trockenfutter, oder sie geben Ihrem Frettchen Frischfleisch in größeren Brocken zur Prophylaxe. Gelegentlich sollten Sie die Ohren des Frettchens auf Verschmutzungen hin untersuchen und mit speziellen Ohrtropfen säubern. Zur Körperlichen Pflege der Frettchen gehört sowohl das Zähne putzen, die Reinigung der Ohren, das Nägel schneiden und das gelegentliche Baden der Frettchen. Die Handhabung bei allen Maßnahmen wie Ohrreinigung, Krallenschneiden, Fiebermessen, Medikamenteneingabe oder Spritzen muss mit sicherer Hand und guter Fixierung des Frettchens durchgeführt werden. Zur Hilfestellung kann eine zweite Person Leckerbissen wie Vitaminpaste dem Frettchen anbieten, um es abzulenken. Falls doch einmal in das Leben der Kralle geschnitten wurde, sollten Sie einige Minuten mit dem Finger oder mit einem Tuch auf die blutende Kralle drücken (nicht ständig tupfen!) oder Uhu oder Nagellack auftragen.

Zahnpflegeprodukte

Die regelmäßige Reinigung von Käfig und Zubehör mit heißem Wasser einmal wöchentlich erfolgen, dabei sollten Sie gleichzeitig die Einstreu im Käfig des Frettchens erneuern. Die Klokiste des Frettchens sollte aus hygienischen Gründen einmal täglich gesäubert werden durch gründliches auswaschen und gelegentlichen desinfizieren, damit sich keine Krankheitskeime bilden.

 

Wichtigste Impfung der Frettchen

  • Der offizielle Frettchen-Impfstoff beinhaltet Staupe und Tollwut.
    Die Grundimmunisierung erfolgt durch die erste Impfung im Zeitraum von der sechsten bis achten Lebenswoche (reine Staupe-Impfung).
  • Nach 3-4 Wochen wird Staupe und Tollwut geimpft
  • Anschließend wird die Staupe-Impfung jährlich aufgefrischt
  • Die regelmäßige Tollwut-Impfung erfolgt alle 3 Jahre. Sie sollten die Nachimpfung unbedingt einhalten, sonst wird wieder wie bei der Erst-Impfung eine Grund-Immunisierung durchgeführt.

 

Gesunde Frettchen

Krankheiten bei den Frettchen lassen sich leider auch bei der liebevollsten Pflege und Haltung des Tieres nie ganz vermeiden. Es gibt einige typische Frettchen- Krankheiten, deren Symptome nun beschrieben werden. Nur mit einem regelmäßigen Gesundheitsscheck können Krankheiten so früh wie möglich erkannt werden. Wichtig ist, dass Sie Ihr Frettchen regelmäßig auf äußere Krankheitszeichen hin untersuchen. Dass Sie ein verändertes Verhalten Ihres Frettchens beobachten, sollte selbstverständlich sein. 


Bitte bedenken Sie, dass selbst ein Tierarzt keine Diagnose durchführen kann, solange er ein Tier nicht mit eigenen Augen gesehen und untersucht hat. Darum vermeiden Sie die Selbst-Diagnose. Wir sind alle keine Tier-Mediziner. Die Beschreibungen der möglichen Erkrankungen der Frettchen ersetzt keinen Gang zum Tierarzt. Schon gar nicht, wenn das Tier ernsthaft erkrankt ist! Sollte Ihr Frettchen krank sein, gehen Sie schnellstmöglich zum Tierarzt um die richtige Behandlung durchführen zu lassen.

Tierbesitzer wissen am Besten, welche Erfahrungen Sie mit der Behandlung am Frettchen gesammelt haben. Wie wurde die Krankheit diagnostiziert, welche Untersuchen brachte Ergebnisse, welche Medikamente, Therapie oder Diät hat dem Frettchen geholfen - was war reine Zeit- und/oder Geldverschwendung? 

Wichtigste Impfung der Frettchen

  • Der offizielle Frettchen-Impfstoff beinhaltet Staupe und Tollwut.
    Die Grundimmunisierung erfolgt durch die erste Impfung im Zeitraum von der sechsten bis achten Lebenswoche (reine Staupe-Impfung).
  • Nach 3-4 Wochen wird Staupe und Tollwut geimpft
  • Anschließend wird die Staupe-Impfung jährlich aufgefrischt
  • Die regelmäßige Tollwut-Impfung erfolgt alle 3 Jahre. Sie sollten die Nachimpfung unbedingt einhalten, sonst wird wieder wie bei der Erst-Impfung eine Grund-Immunisierung durchgeführt.

Gesunde Frettchen

Sollte Ihr Frettchen krank sein, gehen Sie schnellstmöglich zum Tierarzt um die richtige Behandlung durchführen zu lassen. Bitte bedenken Sie, dass selbst ein Tierarzt keine Diagnose durchführen kann, solange er ein Tier nicht mit eigenen Augen gesehen und untersucht hat. Darum vermeiden Sie unbedingt Selbst-Diagnosen. Die Beschreibungen der möglichen Erkrankungen der Frettchen ersetzt keinen Gang zum Tierarzt. Schon gar nicht, wenn das Tier ernsthaft erkrankt ist! 

Die Beiträge bilden lediglich die Basis für Ihren Erfahrungsaustausch. Da Tierbesitzer am Besten wissen, welche Erfahrungen Sie mit der Behandlung am Frettchen gemacht haben. Wie wurde die Krankheit diagnostiziert, welche Untersuchen brachte Ergebnisse, welche Medikamente, Therapie oder Diät hat dem Frettchen geholfen - oder war es sogar reine Zeit- und/oder Geldverschwendung? 
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