Verhaltensänderungen des Frettchens

Verhaltensänderungen des Frettchens

Da verletzte Frettchen in ihrer natürlichen Umgebung leicht zur Beute werden können, verbergen sie Krankheiten sehr lange und leiden still vor sich hin. Sie sollten Verhaltensänderungen sehr genau beobachten. Selbst geringfügige Abweichungen können zur Früherkennung bestimmter Krankheiten Ihres Frettchens ausschlaggebend werden. Um Verhaltensänderungen oder Krankheiten zu erkennen, sollten Sie das Frettchen regelmäßig längere Zeit beobachten.

Als Verhaltensänderung wird die Abweichung der gewohnten Verhaltensweisen bezeichnet, die Sie sonst in bestimmten Situationen regelmäßig bei Ihrem Frettchen beobachten. Verhaltensänderungen des Frettchens, kann z.B. aufgrund einer Erkrankung des Frettchens vorkommen. Unabhängig vom Alter des Tieres können fast alle Verhaltensprobleme und Verhaltensstörungen beim Frettchen durch Änderung der Lebensumstände auch wieder verbessert werden. Analysieren Sie insbesondere, durch welche inneren und äußeren Faktoren das geänderte Verhalten des Frettchen ausgelöst wird. Es gibt meistens Wechselwirkungen zwischen Verhalten der Frettchen und seinem Umwelt. Beseitigen Sie möglichst alle auslösenden Reize, um die körperlichen Reaktionen und das spontane Instinktverhalten des Frettchens wieder zu normalisieren.

Folgende Auffälligkeiten sollten Sie aufmerksam beobachten:

  • Aggression gegen Tierbesitzer, Artgenossen und/oder Rudelmitglieder
  • Angst- Reaktionen
  • Depression oder reduziertes Verhalten
  • Unerwünschtes, fehlgerichtetes Verhalten und Unwilligkeit gegen den Besitzer
  • Verhaltensstörungen und plötzliche Verhaltensänderungen
  • ungewöhnlicher Schlafplatz
  • vermehrtes Trinken
  • Absetzen nur winziger Kotmengen, ab und zu Durchfall

Frettchen lernen duch Prägung, die in den ersten Monaten ihres Lebens stattfinden. Diese Phase ist eine sensible Lebensphase, in der die Tiere sehr viel lernen. In dieser Zeit findet auch die sexuelle Prägung statt, durch Aneignung von Kenntnissen über adäquate Sexualpartner. Diese sensible Phase ist durchweg bereits abgeschlossen, bevor das Tier geschlechtsreif wird. Die Prägung ist unwiderruflich, das Gelernte wird auf Lebenszeit behalten! Aggression ist für ein Frettchen eine Problemlösungsstrategie, die es sich in einer subjektiv wahrgenommenen Extremsituation entwickelt hat und sich im Laufe der Zeit als "erfolgreich" und wirkungsvoll erwiesen hat. Aggression gehören somit zum angeborenen normalen Verhalten der Frettchen! Erst durch die Beobachtung wann, in welchem Zusammenhang, in welcher Intensität dieses Verhalten vom Frettchen gezeigt wird, können Sie feststellen, ob es aus dem Blickwinkel des Tieres zwar noch angemessen, aber für andere Tiere oder Menschen störend oder gar gefährlich ist. Da aggressives Verhalten in den meisten Fällen durch negative Gefühle wie Angst, Unbehagen oder Schmerz begleitet und ausgelöst wird, erkennen Sie daran den körperlichen und geistigen Zustand des Frettchens.

Es gibt für den Umgang bedrohlicher Situation bei Frettchen vier Muster, die je nach individueller Lebenserfahrung unterschiedlich stark ausgeprägt sind: Flight: Fliehen oder Flüchten Freeze: Einfrieren oder Starr vor Angst werden Flirt: Ablenken, durch ein nicht zur Angst passendem Verhalten (Überspielen) Fight: Beißen, Angreifen und Kämpfen

Ganz normales Sozialverhalten der Frettchen

  • Frettchen sind sehr lebhaft und agil
  • Das Spielverhalten von Rüden und Fähen ist sehr unterschiedlich
  • Was interessant riecht, muss probiert werden. Dabei kommt es vor, dass die Frettchen einmal herzhaft zubeißen und "probieren".
  • Nach der ersten Geschlechtsreife ist die Vergesellschaftung schwierig, da spielt Sympatie und Empateine große Rolle.
  • Frettchen sind sehr neugierig sind und wollten überall dabei sein
  • Frettchen zeigen kaum ein Mimik, aber einige Besitzer erkennen am Gesichtsausdruck das Befinden des Tieres, wenn eine intensive Beziehung zwischen dem Frettchen und seinem Besitzer besteht.
  • Schwanzwedeln bedeutet spielerisches oder ernsthafteres Beute-Greifen.
  • Beim Spielen und Toben wird übermütig mit dem Kopf geschlagen.

    Verständigung der Frettchen untereinander:

  • Schnuppern an Ohren und Analgegend
  • Schnauze auf die Kruppe legen
  • Abwehrendes kurzfristiges Maul- Aufreißen
  • Heben der Vorderpfote
  • Aufmunterndes Schubsen mit der Schnauze
  • Sehr junge und sehr alte Frettchen können sehr tief schlafen und haben Atem-Aussetzer.
  • Frettchen überspielen Krankheiten so lange sie können
  • Futter wird nicht im Napf, sondern daneben gefressen oder weggeschleppt
  • In Außengehegen können Frettchen sehr lange tiefe (über 1,20m) Gräben buddeln
  • Wenn sich Frettchen erschrecken oder Angst haben, kann die Reaktion "Angriff ist die beste Verteidigung" durch beherztes Beißen erfolgen. Lösen Sie dann den Biss vorsichtig. Bestrafen sie das Tier nicht, sondern gewähren Sie dem Frettchen seinen Rückzug. Frettchen lernen durch Erfahrung.
  • Da Frettchen sehr neugierig sind, sollten Sie Herdplatten, Steckdosen und Kabel sichern
  • Frettchen verstecken sich gerne in Höhlen, Ritzen und Spalten.
  • Frettchen freuen sich über Röhren, Höhlen und Tunnel aller Art,
  • Gerade junge Frettchen sind noch sehr übermütig und verspielt. Kiste zum Buddeln oder kleines Planschbecken ist toll
  • niedrige Katzenkratzbäume sind Frettchen-geeignet.
  • Achten Sie beim Frettchenspielzeug generell darauf, dass es nicht aus Gummi oder weichem Plastik gefertigt ist.

Bissigkeit der Frettchen

Die wenigsten Frettchen sind wirklich bissig. Einige Frettchen mögen nur ihren Besitzer und beißen anderen Menschen. Oder sie mögen alle anderen nur den eigenen Besitzer nicht. Stimmt die "Chemie" zwischen Besitzer und Frettchen nicht, oder werden sie nicht artgerecht behandelt, zu selten aus dem Käfig gelassen, können Frettchen bissig werden. Aber auch Liebesbisse, Missverständnisse, Verwechslungen und Revierverhalten können ein Beißen auslösen. Aggressivität oder Bösartiglkeit gibt es bei Frettchen nur selten, eher sind es Missverständnisse, oder fehlendes Verständnis der natürlichen Verhaltensweisen dieser Tiere. Ein übermütiges Zwicken beim Spiel kommt jedoch vor. Frettchen lernen, vorsichtiger zu spielen, wenn Sie dem Tier sofort zu spüren geben, dass es zu wild war, etwa durch lautes Aua-Schreien oder einem leichten Schubser. Unbekannte Frettchen sollten Sie lieber nicht zu nahe ans Gesicht kommen lassen, da es passieren kann, dass sie in die Nase oder Lippe beißen, ohne es jedoch böse zu meinen. Nur selten verbeißen sich Frettchen absichtlich. Doch es kann im Extremfall zu einem "Beißkrampf" kommen, bei dem die Frettchen nur schwer zu lösen sind. Die Tiere beißen heftig zu, lassen etwas locker und beißen noch fester zu. Versuchen Sie sofort, die Tiere bei einem Beißkrampf mit Vitaminpaste o. etwas Anderem abzulenken, damit sie loslassen. Ein Kieferaufbiegen ist nicht angebracht, da es dazu führen kann, dass das Frettchen erst Recht zubeißt. Auch wenn Sie versuchen dem Frettchen Schmerzen zuzufügen, wird der Zubiss noch wütender. Also bewahren Sie möglichst selbst die Ruhe, beruhigen das Tier und lenken es ab.
Hungrige Jungtiere können ebenfalls heftig zubeißen, darum lieber immer bei jungen Frettchen Futter jederzeit bereitstellen. Selbst eine kurze Wartezeit kann hungrige Welpen zu "bissigen Raubtieren" machen. Frettchen haben einen leicht süßlichen, wildartig moschusähnlichen Körpergeruch, nicht jedermanns Geschmack. Rüden riechen intensiver als Fähen, wobei eine Kastration etwas Abhilfe schaffen kann

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