Artgerechte von Ratten und Mäusen

Haltung von Ratten und Mäusen

Hamster, Maus und Ratte gehören zu den beliebtesten Nagetieren, die gehalten werden. Oft dürfen kleine Kinder erste Erfahrungen mit diesen Tieren machen und lernen, was Verantwortung für ein Haustier bedeutet. Doch auch diese kleinen, putzigen Haustiere sind nicht ungefährlich, da sie bei vernachlässigter Hygiene z.B. Salmonellen auf Menschen übertragen können. Tierbesitzer sollten sich darüber bewusst sein, dass Ratten und Mäuse Salmonellen übertragen und dass deren

Exkremente potenziell infektiös sind. Insbesondere Kinder sollten sich nach dem Hegen, Pflegen und Streicheln der Nagetiere, aber auch nach dem Reinigen von den Käfigen sofort die Hände waschen, niemals neben dem Haustier essen und ihm kein Bussi geben.

Ratten und Mäuse sind sehr eng verwandt miteinander und haben in der Natur fast die gleichen Lebensgewohnheiten, Eigenschaften und Ansprüche. Im Zoohandel werden Ratten und Mäuse in verschiedenen Farbvarianten angebotenen, diese Ratten und Mäuse entstammen immer Zuchten. Diese Tiere sind häufig gewissen Krankheiten ausgesetzt und haben eine deutlich geringere Lebenserwartung als die Wildtiere (max. 3 Jahre). Ratten und Mäuse sind ideale Heimtiere, die äußerst anhänglich und interessant sind. Sie sind dämmerungs- und nachtaktiv und können als gleichgeschlechtliche Paare - oder bei entsprechend hoher Zuwendung - auch einzeln gehalten werden. Die Ratte kann bei Einzelhaltung als ständiger Begleiter überallhin mitgenommen werden, sie versteckt sich bei der Bezugsperson. Mäuse können auch als Sippe gehalten werden, sie sind sehr fortpflanzungsfreudig und vermehren sich rasch.

Unterkünfte von Mäusen und Ratten

  • Ratten benötigen einen Metall-Käfig (Mindestmasse 87 x 47 x 72 cm)
  • Mäuse haben einen geringeren Platzbedarf (50 x 30 x 40 cm)

Ratten und auch Mäuse benötigen auch im Käfig Versteck-, Kletter- und Schlupf-Möglichkeiten. Ratten und Mäuse sind äußerst fruchtbar. Die Haltung ganzer Mäuse- und Rattenfamilien fordert umfangreichere Käfige, ansonsten sind Streitereien und Beißereien vorprogrammiert. Wenn Sie das ausschließen möchten, sollten sie gleichgeschlechtliche, am Besten weibliche Tiere halten, die als Wurfgeschwister oder als Jungtiere aneinander gewöhnt werden. Die meisten Mäuse- und Rattenarten sind dämmerungs- und nachtaktiv. Ratten und Mäuse sind sehr gelehrige und aufgeweckte Tiere mit einem guten Sozialverhalten. Jede Ratte, bzw. Maus benötigt sein Schlaf-Häuschen, dass sie selber auspolstern, dafür sollten Sie den Tieren Heu, Stroh oder Papierstreifen anbieten. Der Boden des Käfigs der Tiere sollte mit staubfreien Hobelspänen ausgestreut werden, der regelmäßig erneuert werden muss! Speisereste, Urin und Kot im Einstreu bilden eine gute Basis für Bakterien und Pilze, die wiederum Krankheiten verursachen können. Ratten lieben Sandbäder. Mäuse brauchen Laufrad, Schlupfröhren und Labyrinthe, die ihren natürlichen Lebensverhältnissen in der Natur ähneln. Ratten benötigen Freilauf - unter Aufsicht! Bei Mäusen ist diesbezüglich Vorsicht geboten, da sie sich oft in Ritzen und Löcher verkriechen. Hygiene ist sehr wichtig bei der Haltung von Mäusen und Ratten, da insbesondere Ratten viel trinken und entsprechend viel Harn absetzen. Die regelmäßige Reinigung des Käfigs und Austausch vom Einstreu ist sehr wichtig, um Krankheiten bei Ratten und Mäusen vorzubeugen.

 

Fütterung von Mäusen und Ratten

Mäuse ernähren sich hauptsächlich mit Getreide und Sämereien und nehmen nur wenig Früchte oder tierische Nahrung zu sich. Als Grundfutter sollten Sie ein käufliches Mischfutter für Ratten resp. Mäuse füttern, dazu immer frisches Wasser. Ratten lieben auch größere Körner und Nüsse, die Sie ihnen mit der Schale anbieten sollten. Als Allesfresser haben Ratten und Mäuse einen hohen Eiweißbedarf, der durch gelegentliches Anbieten von Ei, Käse, Schinken oder Hackfleisch gedeckt werden kann. Als Saftfutter ist Obst und Gemüse geschätzt. In Bezug auf diese zusätzlichen Leckerbissen ist bei der Ratte Zurückhaltung angezeigt, da sie sonst sehr schnell übergewichtig wird. Zur Befriedigung des Nagetriebes können Sie frische Zweige einheimischer Bäume und Sträucher in den Käfig geben.

Gesundes Futter der Maus

Gesundes, gutes Futter der Mäuse sollte aus Hafer, Weizenkörner, Gerste, Roggen, Emmerweizen, Kolbenhirse, Buchweizen, verschiedene Gras- und Kräutersamen (Kleinsämereien sollten ca. 40 % des Trockenfutters ausmachen), grüner Hafer, Maiskörner, Reisflocken, Erbsenflocken, Johannisbrot, Trockengemüse (Rote Beete, Möhren, Kohlrabi) und Trockenkräuter bestehen.

Zusatzfutter in geringen Mengen sind Sonnenblumenkerne, Erdnüsse, Pinienkerne, Haselnüsse, Macadamia, Walnüsse, Pecannüsse, Kürbiskerne, Rosinen, getrocknete Äpfel und Pfirsiche, auch mal ausnahmsweise ein Bananenchip, Wellensittichfutter, ungezuckerte Corn Flakes, ungezuckertes Früchtemüsli, rohe Nudeln

Folgende getrocknete Kräuter sollten der Maus verfüttert werden, um den Mineralhaushalt zu regulieren: Brennnesselkraut, Brombeerblätter, Dill, Gänseblümchen, Grüner Hafer, Haselnussblätter, Hirtentäschelkraut, Kamille, Kornblumenblüten Löwenzahnwurzel mit Kraut, Melisse, Petersilie, Pfefferminz, Ringelblumenblüten, Sauerampferkraut, Schafgarbe, Sonnenblumenblüten, Spitzwegerrichkrautund Vogelmiere.

Da Mäuse in der Natur viel Zeit damit verbringen, ihr Futter zu suchen, sollten Mäuse in der Heimtierhaltung Ihr Futter nicht nur aus dem Fressnapf einsammeln. Denken Sie sich ein paar Verstecke und Überraschungen für Ihr Tierchen aus, dass zur Futtersuche, Bewegung und Beschäftigung der Mäuse anregt.



Gesundheit der Ratten und Mäuse

Mäuse und viele Ratten haben eine hohes Krebsrisiko. Bei der Ratte können einzelne, gut abgegrenzte Tumoren operiert werden, wobei allerdings ein erhebliches Narkoserisiko besteht. Außerdem treten Hautveränderungen, insbesondere Ekzeme und Befall mit Parasiten oder Pilzen häufig bei Ratten und Mäusen auf. Es besteht eine Ansteckungsgefahr für Menschen und andere Haustiere bei Parasiten und Pilzbefall der Ratten bzw. Mäuse. Auch Darminfektionen mit Durchfall und Infektionen der Atemwege können bei Ratten / Mäusen auftreten. Bei rechtzeitigem Eingreifen des Tierarztes kann den Tieren meistens geholfen werden. Die Ratte neigt stark zur Verfettung, häufig als Folge eines zu großen Nahrungsangebotes.

Regelmäßiger Gesundheits-Check ist lebensnotwendig:

  • Suchen die Mäuse ihr Futter, kommen alle zur Fütterung und zum Frischfutternapf?
  • Halten sie ihre üblichen Wachphasen ein und sind sie an ihrer Umgebung interessiert?
  • Bewegen sie sich normal?
  • Verhalten sich die Farbmäuse ihren Artgenossen gegenüber normal?

Diese Fragen geben Aufschluss über den Gesundheitszustand der Mäuse und Ratten. Wenn Mäuse und Ratten sich auffallend anders verhalten oder offensichtliche Krankheitsanzeichen auffallen, gehen Sie rechtzeitig zum Tierarzt!

 

Krankheitskontrolle bei Ratten und Mäusen

Führen Sie bitte folgende, regelmäßige Untersuchen der Ratten und Mäuse durch:

  • Gewichtskontrolle = Wiegen Sie jedes Tier, notieren Sie das Gewicht (Mäuse in Transportbox o. ähnl. wiegen und das Gewicht der Box abziehen). Benutzen Sie zum Wiegen nach Möglichkeit eine Briefwaage, Küchenwaagen wiegen zu ungenau.
  • Überprüfen Sie die Ohren und in die Augen der Mäuse und Ratten. Kontrollieren Sie auch die Schneidezähne der Tiere. Diese müssen so zueinander stehen, dass sie sich gut abnutzen können. Um die Ratten und Mäuse zu animieren, das Mäulchen zu öffnen, halten Sie dem Tierchen ein Leckerli über den Kopf nach dem sie sich mit offenem Mäulchen recken wird. Die Vorderseite der oberen Schneidezähne sollten gelblich sein.
  • Tasten Sie das Tier ab. Achten Sie auf Tumore, Verdickungen und Aufgasungen.
  • Untersuchen Sie das Fell des Tieres (gegen den Strich streicheln, schauen Sie nach kahlen Stellen, Läsionen und anderen Auffälligkeiten.
  • Schauen Sie auf den After, achten Sie auf verklebte Stellen.

 

 

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