Die artgerechte Haltung von Vögeln

Artgerechte Haltung von Vögeln

Vögel werden seit Jahrhunderten von Menschen gepflegt und im Käfig gehalten. Schon die Inkas hielten sich Vögel als Haustiere. Später kamen durch die Schifffahrt und Landeseroberungen auch exotische Vögel nach Europa. Die Europäer waren vor allem von der Farbenpracht der exotischen Vogelarten begeistert, doch einige Vogelarten konnten

wunderbar singen und sogar Geräusche nachahmen und sprechen. Vögel gehören nicht nur in der Natur zu den muntersten Gesellen, sondern auch als Heimtiere sind sie sehr beliebt wegen ihrem munteren Gezwitscher und Gesang. Viele dieser Vogelfamilien leben auf ganz naturgemäß auf ganz unterschiedliche Weise, z.B. als Boden- (Lerchen), Höhlen- (einige Sperlinge und Prachtfinken) und Baumbrüter (Webervögel, Gimpel). Einige Lerchen, alle Edelfinken und Ammern sind außerhalb der Brutzeit Einzelgänger. Andere Vögel wie Gimpel, Prachtfinken und Webervögel leben teilweise oder ganzjährig im Schwarm. Witwenvögel und Kuckucksweber gehen keine Paarbindung ein. Sie brüten nicht selbst, sondern sind "Brutparasiten" bei verschiedenen Prachtfinken bzw. Cistensängern. Vögel können sehr zahm werden, die Haltung von Vögeln als Haustiere ist nicht sehr kostspielig. Viele Vogelarten haben eine hohe Lebenserwartung, vor allem die großen Papageienarten können bis zu 70 Jahre alt werden.

Die meisten Vögel sind Schwarmtiere und brauchen soziale Kontakte, um nicht zu vereinsamen. Bei der Käfighaltung sollten diese natürlichen Lebensgewohnheiten und Bedürfnisse der Vögel beachtet werden. Nicht alle Kleinvogelarten eignen sich für die Käfighaltung, da sie artenspezifisch unterschiedlichste Anforderungen an das Klima, Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Belüftung stellen. Sie sollten den natürlichen Lebensraum des Vogels auch beachten, wenn Sie die Käfig-, oder Volierenausstattung planen. Auch in der Käfighaltung (etwa zwischen Reproduktion und Mauser), sollten einige Vögel die Möglichkeit zur naturgemäßen Fortpflanzung bekommen. Viele Vogel-Arten pflanzen sich regelmäßig unter "Menschenhand" fort. Auch Kleinvögel haben ein Aggressionsverhalten, manche Vogelarten und Geschlechter vertragen sich nicht miteinander und dürfen nicht zusammen gehalten werden. Die meisten Kleinvögel sind grundsätzlich paarweise oder im Schwarm zu halten, ausgenommen solitär lebende Arten oder unverträgliche Individuen und kranke Vögel.


Futter der Vögel

Viele Vogelarten ernähren sich überwiegend von Sämereien, nehmen aber auch zusätzlich Knospen, Früchte und Insekten auf bzw. ziehen damit ihre Jungen groß. Die Ernährung ist auf die bevorstehende Brut entsprechend einzustellen. Die meisten der hier aufgeführten Kleinvögel sind tropischen Ursprungs und müssen daher, sofern nicht unter Punkt B, spezielle Haltungsansprüche, anders festgelegt, ganzjährig einen klimatisierten Schutzraum aufsuchen können, dessen Temperatur auch im Winter in der Regel 10 C nicht unterschreiten darf. Bei Käfighaltung tropischer Vögel müssen die Unterbringungsräume ebenfalls beheizbar sein und die festgelegten Temperaturen eingehalten werden. Temperaturansprüche nordischer bzw. hochalpiner Standvögel (z. B. Schneeammer) im Winter sind zu berücksichtigen.

Bieten Sie den Vöglen bitte abwechslungsreiches Futter mit allen lebensnotwendigen Vitaminen, Spurenelementen und Mineralstoffen an. Halbreife und reife Sämereien, Obst, Grünfutter und tierisches Eiweiß (Insekten o. ä.). Frisches sauberes Futter und Wasser, Sand, Grit o. ä. müssen ständig zur Verfügung stehen. Futter- und Wassergefäße sowie Badegelegenheiten sind so aufzustellen, daß sie möglichst nicht von den Vögeln verschmutzt werden können. Futter darf nicht gefrieren, auch das Badewasser muß eisfrei sein.

 

Klima und Lichtverhältnisse bei der Vögelhaltung beachten

Je nach natürlicher, geographischer Verbreitung sollten die unterschiedlichen Temperaturansprüche der Vögel berücksichtigt werden. Tropische Vögel stellen andere Temperaturansprüche als z. B. Schneeammer. Die meisten Kleinvögel sind tropischen Ursprungs und müssen daher ganzjährig warme Umgebungstemperaturen vorfinden. Wenn möglich sollten die Vögel einen klimatisierten Bereich aufsuchen können, dessen Temperatur jedoch auch im Winter 10 C nicht unterschreiten darf. Die Vögel sollten soviel Tageslicht wie möglich erhalten, aber nicht ständig der direkten Sonnenstrahlung im Hochsommer ausgesetzt sein. Auch in der freien Natur gibt es je nach Vogelart und Lebensraum der Vögel Zeiten, in denen Vögel ihr Bad in der Sonne genießen, dann wieder lieber im Schatten sind. Daher sollten Sie den Vögeln auch im Käfig eine Rückzugsmöglichkeit anbieten.


Achten Sie bitte auf ausreichend Tageslichteinfall oder entsprechend Kunstlicht, auch die Beleuchtungsdauer sollte ungefähr den natürlichen Lebensbedingungen entsprechen. Die Beleuchtungsdauer richtet sich nach den spezifischen Ansprüchen der Vogelart und der Jahreszeit. Ist eine künstliche Beleuchtung erforderlich, muß sie zwischen 8 (Minimum) und 14 Stunden (Maximum) je Tag liegen, der Tag-Nacht-Rhythmus sollte eingehalten werden.

 

Achten Sie auf die richtige Käfiggröße bei der Haltung von Vögeln

Aufgrund der unterschiedlichen Körpergröße und artspezifischer Bewegungsansprüche benötigen die Vögel unterschiedlichen Käfiggrößen. Die angegebenen Maße für Käfige, Volieren und Schutzräume gelten für die paarweise Unterbringung der Vögel. Bei begründeter Einzelhaltung (Ausnahme bei Erkrankungen) sollte es nicht kleiner berechnet werden. Das Verhältnis der Käfiglänge zur Käfigbreite und Höhe sollte ein Seitenverhältnis von 4:2:3 (Länge-Breite-Höhe) haben.

  • Die Länge des Käfigs für Vögel die etwa bis zu 13 cm groß werden, beträgt mindestens 80 cm =  etwa 40 cm breit und 40 cm hoch! Bei der Gesamtlänge der Vögel ist selbstverständlich die Länge des Vogels vom Schnabel bis zur Schwanzspitze als Maß anzusetzen. Ein Vogelkäfig mit einem Seitenverhältnis von 4:2:3 würde sich bei einer Länge von 80 cm eine Breite von 40 cm und eine Höhe von 50 cm ergeben.
  • Bei der Haltung von Vögeln über eine Gesamtlänge von 13 cm sollten Vogelkäfige mindestens 100 cm lang und mindestens 50 cm breit wie hoch sein.
  • Ab 20 cm Gesamtlänge der Vögel sind diese Mindestmaße der Käfiggröße um weitere 20 bis 25 Prozent zu erhöhen.
  • Die erforderliche Käfiggröße ist bei Unterbringung von weiteren 1 bis 2 Vögeln, jeweils um 25 % der Grundfläche zu erweitern.
  • In Rundkäfigen dürfen körnerfressende Kleinvögel nicht gehalten werden.
  • Käfige sind (mit Ausnahme bei bodenbrütenden Arten) in mindestens 0,80 Meter Höhe aufzustellen.

 

Käfig- und Volierenausstattung der Vögel

Käfige, Volieren und Schutzräume sollten regelmäßig gereinigt werden und mit mindestens 3 Sitzgelegenheiten ausgestattet sein. Die Sitzgelegenheiten sollten möglichst aus Naturzweigen und so weit auseinander sein, daß sie die Vögel fliegen müssen, um sie zu wechseln. Die Käfige der Vögel müssen an drei Seiten, Volieren an einer Seite undurchsichtig sein. Außenvolieren benötigen eine Überdachung, einen begehbaren Schutzraum oder einen Witterungsschutz (Schutz gegen Sonne, Wind und Niederschlag).

Die Volierenhöhe sollte mindestens 1,70 m betragen. Beachten Sie bitte Ihre eigene "Kopffreiheit" bei der Anschaffung bzw. dem Bau, denn Sie müssen immer wieder mal in die Voiliere für Reinigungsarbeiten oder einem Gesundheitscheck der Vögel. Neben der Käfigröße ist auch das verwendete Material zu beachten, denn es dürfen weder scharfe Kanten oder Ecken vorhanden sein und es darf für die Vögel nicht giftig sein. Die Käfigreinigung sollte problemlos möglich sein, Ritzen, Spalten und Schlitze, in denen sich Parasiten sich einnisten könnten, sollten möglichst keine vorhanden sein. Der Boden der Voiliere für Vögel sollte mit Sand, Holzgranulat, Erde o. ä. geeignetem Material abgedeckt werden. Vogelkäfige dürfen nicht aus reflektierenden Gitterstäben bestehen.

Achten Sie bitte bei der Ausstattung der Käfige und Volieren auf Versteck-, Schlaf- bzw. Nistmöglichkeiten. In Volieren ist eine Bepflanzung mit ungiftigen Pflanzen zu empfehlen. Vögel benötigen besonders viele Rückzugs-, und Versteck-, und Bademöglichkeiten.

Vögel, die selbständig zum Käfig zurückfliegen sollten Sie nach Möglichkeit regelmäßig den Freiflug gewähren. Achten Sie bitte darauf, dass keine Gefahren (offene Fenster oder Türen, etc.!!!)für die Vögel bestehen.


Die Einfuhr, Ausfuhr und Besitz sowie Zucht und Handel bestimmter Kleinvogelarten werden durch Artenschutzbestimmungen geregelt. Bitte beachten Sie diese!

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