Flöhe bei Hunden

Flöhe bei Hunden und Katzen

Flöhe können schnell zur Plage für Hund und Hundehalter werden.  Überall besteht die Gefahr, dass sich unsere Hunde und Katzen Flöhe holen. Flöhe gehören zur Gruppe der holometabolen (sich verpuppenden) Insekten. Flöhe können nicht fliegen, aber bis zu einem Meter springen. Flöhe haben in ihren Beinen sogenannte Resilinpolster, (Resilin ist ein sehr elastisches Protein), das vor dem Sprung wie ein Bogen gespannt wird und bei Entspannung diese sensationelle Sprünge

ermöglicht. Erwachsene Flöhe im Fell des Haustieres überleben nur wenige Wochen. Doch sie vermehren sich explosionsartig, nach der Befruchtung legen die Weibchen täglich 20 bis 25 etwa 0,25 mm große weiße Eier, die Sie mit bloßem Auge kaum erkennen können. Aus den Eiern schlüpfen nach zwei bis zwölf Tagen augenlose Larven, die bis zu 5 mm lang werden. Nach zwei bis drei Wochen verpuppen sich die Larven. Die Entwicklung in der Puppe ist in etwa ein bis zwei Wochen abgeschlossen und die verpuppten Flöhe erst, wenn sie einen Außenreiz (Vibration durch den Wirt) wahrnehmen.

Bisher sind 2.400 Arten bekannt, davon kommen mindestens 70 Arten in Mitteleuropa vor. Bei den Hunde- und Katzenflöhe (Ctenocephalides canis,Pulicidae) ernähren sich beide Geschlechter der adulten (erwachsenen) Flöhe mehrmals am Tag vom Blut der Hunde und Katzen. Die Mundwerkzeuge sind zu einem kombinierten Stech- und Saugrüssel umfunktioniert. Flöhe sind beim Blutsaugen nicht sehr wählerisch, Hunde- und Katzenflöhe beißen sich auch am Menschen satt. Dabei bevorzugen Flöhe weichhäutige Körperbereiche, wie zum Beispiel den Bauch. Flöhe verbleiben nach der Blutmahlzeit meistens nicht auf dem Wirt. Hundeflöhe können starken Juckreiz verursachen und manchmal auch allergische Reaktionen bei Hunden hervorrufen. Daher ist es wichtig, Flohbefall bei Hunden zu behandeln. Manchmal entwickelt sich beim Hund eine Allergie gegen Flohspeichel, das kann ein einziger winziger Floh verursachen, selbst wenn er den Hund nur alle zwei Wochen einmal beißt. Flohbisse verursachen Juckreiz und können Blutarmut und Flohspeichelallergie verursachen. Das kann massive Hautreaktionen hervorrufen, die Hunde kratzen sich blutig, bis die Haut gerötet ist und/oder sich bakterielle Infektionen einstellen. Für Hund und Katze biete der Floh noch eine Gefahr: Der Floh ist der Zwischenwirt des Bandwurms (Dipylidium caninum). Schluckt der Hund oder die Katze während der Fellpflege einen Floh, der eine Bandwurmlarve in sich trägt, entwickelt sich daraus im Dünndarm innerhalb von 2–3 Wochen der erwachsene Bandwurm. 

Durch einen Flohbiss gelangt immer auch etwas Flohspeichel in die winzige Wunde. Dieser Speichel kann allergieauslösend wirken und bei Hund und Katze eine allergisch bedingte Dermatitis verursachen. Die Dermatitis äußert sich durch starken Juckreiz. Auf der Haut bilden sich kleine Hauterhebungen und Krusten, die durch Kratzen und Belecken schnell größer werden – bis sich daraus eine Hautentzündung mit Hautabschuppungen, Rötungen und Haarausfall entwickeln kann. Ohne tierärztliche Behandlung werden diese Hautwunden oft noch durch Bakterien oder Hefepilze besiedelt, sodass die Entzündung schließlich eitrig wird.  Bei Katzen erkennen Sie eine Flohspeichelallergie meist durch übermäßige Fellpflege. 

Flöhe sind zu jeder Jahreszeit aktiv. Aufgrund ihrer schnellen Entwicklung und Fortpflanzung kann ein Flohbefall rasch zu einem ernsten Problem werden. Ist Ihr Hund hiervon befallen ist es schwierig, sie wieder vollständig vom Hund (und aus der Wohnung) zu entfernen. Viele Floharten springen auf den Menschen über und hinterlassen juckende Stiche. Flohstiche können Allergien auslösen und verschiedene Krankheitserreger übertragen. Der Floh ist der wichtigste Überträger des Gurkenkernbandwurms; dem häufigsten Bandwurm bei Hunde.

Die weiblichen Flöhe legen die Floheier in das Fell des Tieres ab. Die Eier fallen dann überwiegend zu Boden und verteilen sich so sehr schnell in der gesamten Wohnung. Überall, wo das Tier ruht müssen Sie mit Floheier rechnen. Aus den Floheiern schlüpfen die Flohlarven, die sich nach einigen Tagen verpuppen. Im Kokon warten die ausgewachsenen Flöhe darauf zu schlüpfen, um Ihr Haustier erneut zu befallen. Dieser gesamte Entwicklungszyklus dauert zwischen 12 bis 174 Tage, je nach Umgebungsbedingungen. Diese lange Zeitspanne sollte bei der Bekämpfung der Flöhe berücksichtigt werden. Das Stadium der Puppung ist übrigens die widerstandsfähigste Form im Entwicklungszyklus vom Ei zum Floh, weil die Puppenhülle gegen viele äußere Einflüsse unempfindlich ist. In diesem Stadium überlebt der Floh bis zu 140 Tage!

Blut saugen nur die erwachsenen Flöhe, doch wussten Sie, dass sich nur etwa 5 % der Flöhe auf dem Tier aufhalten? Dies ist durch den langen Entwicklungszyklus erklärbar. Der Rest der Flohfamilie befindet sich somit auf den Liegeplätzen Ihres Hundes - vielleicht auch auf den Autositzen oder im Kofferraum, falls Sie Ihren Hund hier transportieren. Flöhe springen weit – von einem Tier auf das andere,  wenn Tiere sich begegnen. Flöhe sind nicht nur ein ästhetisches Problem, Flöhe müssen unbedingt konsequent abgetötet werden.

 

Anzeichen für einen Flohbefall

Flohstiche führen beim Tier zu Juckreiz an der Stichstelle, häufig entwickeln sich auch eine Flohspeichel-Allergie. Es entstehen dann juckende Hautentzündungen mit Krusten und Schuppen. Flöhe übertragen Bandwürmer und die verschiedensten Bakterien. 

 

Bekämpfung der Flöhe beim Hund

Am Einfachsten ist die Vorsorge, bevor Ihr Tier mit einem ungewollten Mitbewohner auftaucht mit einem bewährten Floh-Mittel, dass Sie in der Online-Apotheke oder bei Ihrem Tierarzt kaufen können. Sollte jedoch eine "Flohbekämpfung" notwendig werden, sollte die Abtötung der lebenden Flöhe - bei allen Tieren im Haushalt - und immer die intensive Reinigung der gesamten Umgebung erfolgen. Sehr effektiv beim "Kampf gegen Flöhe" wirkt ein Spray oder automatischer Vernebler (Fogger). Die Mittel zur Flohbekämpfung unterbrechen den Entwicklungszyklus der Flöhe. Sie wirken ausschließlich gegen die Flohbrut und sind für Mensch und Tier unbedenklich. Eine nachhaltige effektive Flohbeseitigung wird nur durch die gleichzeitige Bekämpfung der Floheier und Verpuppungen in der gesamten Umgebung Ihres Hundes gewährleistet. Dafür eignet sich häufiges und sehr gründliches Wischen der Fußböden, bitte vergessen Sie die Ecken und Leisten nicht. Alle Tücher, Decken und Kissen, auf denen das Tier gerne verweilt gründlich Waschen (so heiß wie möglich) und gründliches Staubsaugen der Teppiche und Polstermöbel. Nach dem Saugen sollten Sie den Staubbeutel samt Inhalt sofort draußen entsorgen. Am besten noch in einem zusätzlichen Plastikbeutel stecken, den Sie fest verschließen sollten. Je nach Intensität des Flohbefalls und Wahl des Produktes, muss die Behandlung in bestimmten Intervallen wiederholt werden, wegen der Eier und Larven die noch lange überleben.  

■ Behandlung aller Tiere im Haushalt mit einem Insektizid (z. B. mit CAPSTAR® oder Spot-on Präparat), um erwachsene Flöhe auf allen Tieren abzutöten 

■ Insektenwachstumshemme, um die Entwicklung von Eiern und Larven in der Umgebung zu unterbinden

■ Mechanische Reinigung der Umgebung: Kissen, Decken, Schlafunterlagen, Kratzbaum, etc. waschen oder entsorgen

■ Wiederholt täglich gründlich saugen, unbedingt den Beutel entfernen

■ Auto und sonstige Plätze intensiv reinigen , an denen sich die Tiere aufhalten und chemische Behandlung mit geeigneten Insektiziden (z. B. Umgebungsspray, Fogger)

■ Wurmkur nach erfolgreicher Flohbekämpfung, um eventuell vorhandene Bandwürmer zu entfernen

Sie erhalten Mittel zur Entfernung von Flöhen z.B. als Anti-Floh-Sprays, Flohhalsband, Flohshampoo oder Spot- On Produkte für Hund und Katze. Diese Anti-Floh-Produkte verwenden Chemikalien, die die Flöhe gezielt töten. Die Giftstoffe sind so dosiert, dass sie Ihrem Hund und der Katze nicht schaden, dennoch sollten Sie Ihren Tierarzt bei der Wahl um Rat fragen.

 Flöhe und Zecken - MedicAnimal

Effektive, biologische Waffen gegen Flohbefall beim Hund

  • Mit einem Flohkamm (ein sehr fein gezahnter Kamm), können Sie die Flöhe und Floh-Nissen aus dem Fell des Hundes sehr, sehr gründlich kämmen. Bitte kämmen Sie das Hundefell in Wachstumsrichtung vorsorglich mehrmals sehr sorgfältig durch. Der Kamm sollte anschließend mit Seifenwasser ausgespült werden, um die Flöhe und Floh-Eier zu entfernen.
  • Niemöl ist antiseptisch und bekämpft die eventuelle Hautinfektionen des Hundes, die durchs Kratzen entstehen und zerstören gleichzeitig die Flöhe. Hierzu bitte das Niemöl sorgfältig in das gesamte Fell des Hundes reiben.
  • Floh-Shampoo lindert den Juckreiz und Hautreizungen bei Hunden, die von Flöhen und Kratzen hervorgerufen werden. Beim Abspülen ein paar Tropfen Eukalyptus-, Lavendel- oder Teebaumöl ins Fell massieren. 
  • Hausgemachte Anti-Floh-Sprays zur Bekämpfung von Flöhen, können Sie herstellen, indem Sie ein bis zwei Tropfen ätherische Öle aus Lavendel und Zedernholz zu 500 ml Wasser mischen und mit der Sprühflasche auf den Körper des Hundes sprühen. Bitte achten Sie auf die Augen des Hundes, die nicht eingesprüht werden dürfen. 
  • Eine gute Alternative des Floh-Abwehr-Sprays besteht aus drei Esslöffel Zitronensaft, einen Teelöffel Chilisamen, einen Teelöffel Speiseöl und eine Tasse Wasser her, alles in eine Sprühflasche geben und ein paar Minuten kräftig durchschütteln. Dann stehenlassen bis die Chilisamen aufgeweicht weich sind, den Hund Baden auf das Anti-Floh-Spray ins nasse Hundefell sprühen. Das Einsprühen sollte anschließend mehrmals täglich wiederholt werden, da sich oftmals noch Nissen im Hundefell befinden, die erst absterben, wenn sie geschlüpft sind.
  • Ein weiteres, effektives Hausmittel gegen Flöhe wird aus Zitronen- oder Orangenschalen hergestellt. Eine Zitrone (Orange) in Stücke schneiden und in 1/4 l Wasser kochen, die Mischung über Nacht stehen lassen. Am nächsten Tag mit einer Sprühflasche auf den Körper Ihres Hundes sprühen. Regelmäßig den Hund damit einsprühen, da Nissen hiergegen immun sind, müssen sie nachschlüpfende Flöhe immer wieder bekämpfen. 
  • Essig kann ebenfalls zur Bekämpfung von Flöhen eingesetzt werden, indem Essig und Wasser zu gleichen Teilen gemischt und auf den Körper Ihres Haustiers gesprüht wird.
  • Zedernholz wehren Flöhe ebenfalls ab! Der Einsatz von Kissen, die mit Zedernholz gefüllt sind oder auch Späne von Zedernholz um das Hunde-Bett verteilen, oder ein altes Kissen mit Zedern-Hobelspänen füllen, schützt den Hund auch später vor erneuten Flohbefall.
  • Knoblauch wirkt ebenfalls Wunder gegen Hundeflöhe. Zerdrücken Sie ein paar Knoblauchzehen und versetzten sie mit etwas heißem Öl. Diese Mischung nach dem Abkühlen auf dem gesamten Körper des Hundes verteilen, einige Zeit einwirken lassen. Danach mit klarem Wasser abspülen. Sie können auch Knoblauch unter das Hundefutter zu mischen ist nicht zu empfehlen, da viele Hunde keinen Knoblauch vertragen.

 

Wichtig ist eine regelmäßige Floh-Prophylaxe beim Hund durchzuführen, dann sparen Sie sich viel Arbeit und Ärger mit diesen kleinen Biestern!

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