Zeckenbisse beim Hund

Zeckenbisse bei Hunden

Zecken meiden trockene Gebiete mit direkter Sonneneinstrahlung, sie bevorzugen eine feuchte und warme Umgebung. Zecken sind oft in Wäldern und hohen Gräsern anzutreffen und seltener auf Äckern oder Bäumen. In naturbelassenen Gebieten sind hohe Zecken-Populationen auszumachen doch in den letzten Jahren findet man Zecken auch vermehrt in städtische Parkanlagen. Jeder Hundehalter hat früher oder später zwangsläufig mit Zecken zu tun. Die blutsaugenden Parasiten

sind aber nicht nur lästig, sondern können auch richtig gefährlich werden. Die immer milder werdenden Winter begünstigen die Ausbreitung dieser Tiere und selbst Zeckenarten, die sonst nur im Mittelmeerraum zu finden sind breiten sich immer mehr Richtung Norden aus. Das bringt auch neue Krankheiten mit sich, die durch den Biss der Zecke übertragen werden können. Zecken sind blutsaugende Parasiten, deren Befall beim Hund ernsthafte Krankheiten wie Borreliose, Babesiose, Ehrlichiose oder FSME hervorrufen können. Durch Zecken verursachte Infektionserkrankungen des Hundes können in heimischen Gefilden und den beliebten Urlaubsländern Südeuropas auftreten.

Zecken kommen vor allem vom Frühlingsanfang (März) bis Ende Herbst (Oktober) vor, jedoch kommen Zecken selbst in den kalten Wintermonaten immer mal wieder vor. Zecken werden bei Temperaturen von unter 10 Grad aktiv und benötigen ein relativ feuchtes und warmes Klima, aber auch in kalten Jahreszeiten finden Zecken Plätze zum Überleben. Ähnlich der Überempfindlichkeit gegen Bienen- oder Wespenstiche reagieren einige Hunde auch allergisch auf die blutsaugenden Zecken. Die allergische Reaktion auf Bestandteile des Parasitenspeichels, da dieser eine ganze Reihe Proteine, z.B. um die Blutgerinnung zu verhindern oder das Gewebe zu betäuben. Oft kommt es zur Rötung und Anschwellen oder auch Juckreiz an der Einstichstelle beim Hund. Bleibt beim Entfernen der Zecke der Kopf stecken, so gibt es Entzündungen. Das Entfernen des Kopfes sollte der Tierarzt übernehmen. Eine regelmäßige Zecken-Kontrolle des Fells des Hundes ist wichtig.

Spezialzangen zur Zeckenentfernung können sehr hilfreich sein. Auch gibt es Mittel Spot ON), die auf den Nacken des Hundes geträufelt werden, damit ein Befall vermieden wird. Dessen Wirkung ist allerdings nur kurzfristig und die Anwendung muss regelmäßig wiederholt werden. Nur ein gesunder Hund ist glücklich und macht seinem Besitzer Freude.

Flöhe und Zecken - MedicAnimal

Die Zecke überträgt beim Biss des Hundes

Krankheit Erregertyp/Ursache Gefahr für Menschen
Anaplasmose Bakterien ja, aber selten
Babesiose Einzeller nein
Borreliose Bakterien ja
Ehrlichiose Bakterien ja, aber selten
Viren ja, schwer
Hepatozoonose Einzeller nein
Zeckenparalyse Speichelgifte nein

Gegen Zecken gibt es viele Mittel, doch keines kann den Anbiss (bzw. Stich) einer Zecke verhindern. Sogenannte Spot-On werden zwischen die Schulterblätter auf die Haut getropft, sie vergiften die saugende Zecke. Neben Spot-On gibt es auch Zeckenhalsbänder, Zeckenspray oder Hausmittelchen wie Knoblauch (Vorsicht: in großen Mengen giftig für Hunde). Jedes dieser Mittel wirkt unterschiedlich auf den Hund. Wichtig ist es, den Hund nach jedem Spaziergang gründlich abzusuchen und eventuell mit einem Flohkamm zu kämmen, da Zecken sich erst nach ein paar Stunden festbeißen.

Wichtige Vorgehensweise bei einem Zeckenbiss Ihres Hundes

- Die Zecke muss so schnell wie möglich entfernt werden! Borrelien (Auslöser der Borreliose) werden meistens erst einige Stunden nach dem Stich übertragen.

- FSME-Viren werden bereits direkt mit dem Zeckenbiss übertragen!

- Die Zecke sollte möglich vollständig aus dem Hund entfernt werden. Sollte der Kopf im Hund stecken bleiben, ist das jedoch nicht unbedingt gefährlich. Aber beobachten Sie diese Stelle bitte genauer in den kommenden Tagen. Normalerweise fällt der Kopf ab, sollte das nicht geschehen oder eine Entzündung auftreten, bitte sofort zum Tierarzt.

Tipp zum Entfernen der Zecke: Beim Entfernen der Zecke hat sich das Drehen mit dem Zeckenhaken (Zecken-Zange) bewährt. Da sich die Zecken bei diesen Drehungen nicht festhalten können und loslassen. Hierzu sollten Sie die Zecke mit der Zange möglichst Nahe an der Biss-Stelle packen und in eine beliebige Richtung drehen. Sie können die Richtung auch wechseln – bis die Zecke loslässt. Mit dieser Methode bekommen Sie fast immer die gesamte Zecke mit Kopf heraus, es ist zugleich für den Hund angenehmer.

- Bitte die Zecke beim Entfernen nicht quetschen, damit keine Erreger aus dem Zeckeninneren in die Wunde gelangen. Auf Mittel wie Klebstoff oder Alkohol sollten Sie bitte verzichten.

- Die Babesiose (“Hundemalaria”) ist für Hunde und Katzen besonders gefährlich.

- Über die Borreliose-Impfung lässt sich streiten, denn die Impfung schützt leider kaum gegen die hier verbreiteten Erreger- Arten!

Zeckenparalyse beim Hund

Das Speichelsekret vieler Zecken enthält Nervengifte um das Gewebe beim Zeckenbiss zu betäuben. Je nach Zeckenart und Zustand des Immunsystems des Hundes kann das Nervengift eine lähmende Wirkung auf den Hund haben und zur Zecken-Paralyse führen. Es ist nicht bekannt, welche Faktoren die Ausbildung giftigen Zeckenspeichels beeinflussen. Da viele Zecken diese paralytische Reaktion des Hundes erzeugen können, kommt die Zecken-Paralyse prinzipiell bei jedem Zeckenbiss vor, aber sie zeigt selten Reaktionen. Die australische Zecke Ixodes holocyclus verursacht dagegen eine starke Lähmung des Hundes, die sogar lebensbedrohlich für den Hund werden kann.

Symptome und Behandlung einer Zeckenparalyse

Die Symptome am Hund beginnen wenige Tage nachdem die Zecke sich im Hund festgebißen hat. Sie erkennen es an der allgemeinen Schlaffheit des Hundes, die in eine Lähmung der hinteren Gliedmaßen des Hundes übergeht. Innerhalb der nächsten 2 bis drei Tage sind alle Beine des Hundes komplett gelähmt. Wenn eine Lähmung der Atemmuskulatur einsetzt, die Sie als Hundebesitzer an den Atembeschwerden Ihres Hundes erkennen, kann innerhalb weniger Tage der Tod des Hundes eintreten. Die Symptome bessern sich meisten sehr schnell, sobald die giftige Zecke entfernt wird. Dennoch sollten Sie vorbeugende Maßnahmen gegen den Zeckenbiss durchführen.

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Haben Sie Informationen für andere Hundebesitzer über die Zeckenparalyse beim Hund? Wir freuen uns über Ihre Beiträge

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