Gesunde Katzen

Gesundheit der Katzen

In Deutschland leben ca. 7,5 Mio. Katzen. Damit ist die Katze das beliebteste Haustier und macht 16,7 % Anteil der von Menschen geliebten, gepflegten und versorgten Tieren aus. Immer bessere Ernährung, Fortschritte in der Veterinärmedizin, Schutz vor Parasiten und verbesserter Impfschutz sorgen dafür, dass die durchschnittliche Lebenserwartung von Katzen in den letzten Jahrzehnten auf stolze 15 Jahreangestiegen ist. Diese Lebenserwartung gilt allerdings nur für die

Wohnungskatzen, die Lebenserwartung von Katzen als Freigänger ist kürzer. Da Katzen in der Natur ihre Krankheiten verstecken müssen, um nicht zum "Beutefang- Opfer" anderer Tiere zu werden, zeigen sie nicht, wenn es ihnen nicht gut geht. Sie verstecken sich deshalb - eventuell verkriechen sie sich auch zuhause - wenn sie verletzt oder krank sind. Katzen klagen oder jaulen eher selten, da sie ihre Schmerzen lieber verheimlichen. Dadurch ist es für Katzenbesitzer eher schwierig, zu erkennen, wann das Tierchen Ihre Hilfe braucht. Darum achten Sie bitte besonders auf den Gesundheitszustand der Katze, wenn sie sich häufig sogar zuhause versteckt, obwohl sie zutraulich und verschmust ist.

Die wichtigsten Voraussetzungen zur Gesundheit Ihrer Katze  

 

Wichtige Impfungen der Katze

Da die Katzen in verschiedensten Umfeldern und Situationen leben, sollte auch individuell entschieden werden, wogegen Sie Ihre Katze impfen lassen. Wohnungskatzen sind einem geringeren Infektions-Risiko ausgesetzt als frei lebende Katzen. In Zuchten und Tierheimen besteht ein erheblich höheres Risiko als bei der Einzelhaltung der Katze. Neue Untersuchungen der Pharmaindustrie ergaben, dass die bisherigen Impf-Empfehlungen sich ändern, da der Impfschutz bei Katzen wesentlich länger vorhält, als ursprünglich angenommen.

Unverträglichkeiten und Risiken durch Impfungen gibt es immer, denn nicht jeder Impfstoff ist für Katzen gut verträglich. Die Katze kann auf Impfungen mit Unverträglichkeits-Reaktionen oder Impffolgen reagieren. Diese reichen von Durchfall und Erbrechen über asthmatischen Beschwerden, Autoimmunerkrankungen, Nervenentzündungen, Lähmungen, Hirnhautentzündung, Pannikulitis (Entzündung des Unterhautfettgewebes), Vaskulitis (Entzündung der Blutgefäße), Impfsarkom (Tumor an der Impfstelle, bei Katzen relativ häufig) bis hin zu allergischen Schockzuständen. Deshalb sollte Sie Ihre Katze nur so viel wie nötig und so wenig wie möglich impfen lassen!

 

Grundimmunisierung junger Katzen

Eine junge Katze sollte ab der 9. Lebenswoche die notwendige Grundimmunisierung erhalten, die durch zwei bis vier Impfungen im Abstand von vier Wochen erfolgt. Hierzu werden Kombinationsimpfstoffe verwendet, damit man dem kleinen Kätzchen nur eine Spritze mit den notwendigen Impfstoffen geben muss. 

Empfohlene Zeiten der Impfungen bei Katzenwelpen

  • Ab der 9. Lebenswoche: Katzenschnupfen+ Katzenseuche
  • 3 - 4 Wochen später: Auffrischimpfung: Katzenschnupfen + Katzenseuche
  • 3 - 4 Wochen später: Tollwut (bei Freigängern) + Leukose (nach vorheriger Blutuntersuchung)
  • 3 - 4 Wochen später: Auffrischimpfung: Leukose

Jährliche Auffrischimpfung im Rotationsprinzip:

    • 1. Jahr: Katzenschnupfen 
    • 2. Jahr: Katzenseuche 
    • 3. Jahr: Tollwut + Leukose bei Freigängern, oder nur Leukose bei Wohnungskatzen 
  • Etwa ab dem 9.-10. Lebensjahr braucht keine Impfung mehr erfolgen, da eine so genannte Alters- Resistenz besteht und der Körper der Katze eine dauernde, bleibende Abwehr entwickelt hat.

 

Gute Ernährung der Katze durch hochwertiges Katzenfutter

Hochwertiges Katzenfutter ist für die gesunde Ernährung Ihrer Katze besonders wichtig. Darum achten Sie beim Kauf von Fertigfutter vor allem auf gute Qualität mit einem hohen Anteil an leicht verdaulichem Fisch und Fleisch. Etwa zwei Drittel des Inhalts sollte aus Fleisch und/oder Fleisch bestehen, da die Katzen von Natur aus Fleischfresser sind. Fleisch enthält hochwertige Eiweiße, auf die das Verdauungssystem der Katze bestens eingestellt ist. Außerdem enthält Fleisch wichtige Aminosäuren wie beispielsweise Taurin, das Katzen nicht selbst produzieren können. Mit künstlichem Taurin angereichertes Katzenfutter ist nur begrenzt zu empfehlen, da Katzen dieses künstliche Taurin nur in geringem Umfang verwerten können. Das restliche Drittel der meisten Futtersorten besteht üblicherweise aus Getreide,  doch Getreide enthält zu viele Kohlenhydrate, die Ihre Katze nicht verwerten kann. Andere pflanzliche Futterstoffe versorgen Ihre Katze hingegen mit den notwendigen Mineralstoffen und Vitaminen, darum nach Möglichkeit auf Getreide als Zusatzstoff verzichten.

 

Gesundheitszustand der Katze erkennen

Natürlich fällt Ihnen als aufmerksamer Tierhalter sofort auf, wenn Ihre Katze angeschlagen wirkt und schlecht frisst. Aber was ist, wenn die Katze Fieber hat, wie messen Sie die Temperatur an Ihrer Katze? Können Sie einschätzen, ob Ihr Tier nur einen schlechten Tag hat, oder ob Ihre Katze ernsthaft krank ist? Folgende Tipps geben Ihnen etwas Sicherheit im Umgang mit der Gesundheit Ihrer Katze

 

Auffällige und andauernde Veränderung Ihrer Katze

Grundsätzlich sollten Sie bei jeder auffälligen oder länger andauernden Veränderung – sei es im Verhalten oder am Körper Ihres Tieres – aufmerksam werden. Dabei sollten Sie jedoch auf die Stärke und Dauer der Symptome und Anzeichen, aber auch ihre Kombination beachten. Untersuchen Sie Ihr Tier systematisch "von vorn bis hinten“. Sehen Sie sich die Augen an, seine Nase und Ohren, sein Maul. Überprüfen Sie die Krallen der Katze, die Haut und das Fell, besonders an versteckten und von Natur aus unbehaarten Stellen, z.B. zwischen den Schenkeln und unter den Achseln der Katze. Tasten Sie den Bauch ihrer Katze ab, ob er aufgebläht oder ob die Bauchdecke gespannt ist. Achten Sie auf Veränderungen und Abweichungen vom Normalzustand Ihrer Katze, wie: Rötungen, Blutungen, Verletzungen, Schuppen, Ausschläge, Beläge, Ausflüsse, unangenehme Gerüche, Schmerz-Reaktionen usw.... Bei offensichtlichen Krankheitsanzeichen der Katze über längere Zeit oder in bestimmten Kombinationen sollten sie unbedingt Ihren Tierarzt aufsuchen.

 

Körpertemperatur messen

Ein auffällig warmer und trockener Nasenspiegel oder matte Augen mit einem „fiebrigen“ Blick Ihrer Katze können ein Hinweis auf Fieber sein. In diesen Fällen sollten Sie Ihren Verdacht überprüfen und die Temperatur Ihrer Katze messen. Bei allen Säugetieren wird die Temperatur mit einem Thermometer im After gemessen. Sie können zum Fieber- Messen der Katze ein elektrisches Thermometer oder ein klassisches mit Quecksilbersäule verwenden. Fetten Sie bitte die Spitze des Thermometers mit etwas Öl oder Creme ein. Keine Katze mag das Fieber- Messen. Wenn Sie selbst noch nervös sind, wird die Katze sich weigern. Die Katze sollte sich in einer sicheren Position stehend befinden, halten Sie bitte den Kopf und das Hinterteil fest, um sie zu stützen. Führen Sie das Thermometer behutsam, aber zügig und weit genug in den After der Katze ein und achten Sie auf die richtige Messdauer. Die Messdauer bei Quecksilberthermometer beträgt drei bis vier Minuten, bei elektrischen Thermometern reichen gute 30 Sekunden aus. Beruhigen Sie Ihre Katze während der Messung.

Nach dem Fieber-Messen vergleichen sie die Temperatur mit dem Normalwert der Katze. Nach neuesten Untersuchungen liegt die Körpertemperatur einer gesunden, nicht gestressten Katze im Bereich zwischen 36,7 °C und 38.9 °C.
Junge Katzen und Katzen in Stresssituationen (Tierarzt, starke Abwehr gegen Fieber- Messung) oder nach einer körperlichen Anstrengung, können eine Körpertemperatur bis 39,8 °C aufweisen, ohne das eine Erkrankung vorliegt. Am Abend, nach körperlicher Bewegung oder auch nach der Futteraufnahme, bei psychischer Erregung oder hohen Außentemperaturen liegt der Normalwert der Körpertemperatur einer Katze grundsätzlich meistens etwas höher. Auch für die Körpertemperatur junger, weiblicher, trächtiger und kleiner Katzen ist grundsätzlich etwas höher.

 

Herzfrequenz Ihrer Katze

Die Herzfrequenz, also die Anzahl der Herzschläge pro Minute, gibt Ihnen nur wenig Auskunft über den Zustand Ihrer Katze. Doch wenn Sie die Herzfrequenz ermitteln möchten, sollten sie den Puls Ihres Tieres fühlen. Bei Katzen können Sie den Puls an der Arteria femoralis, im oberen, vorderen Drittel der Innenseiten der Hinterschenkel fühlen. Er kann aber auch an der Ateria coccygea, an der Schwanzunterseite, etwas unterhalb des Schwanzansatzes bestimmt werden. Um den Puls zu fühlen, legen sie ohne Druck zwei Fingerkuppen (Zeige- und Mittelfinger) auf die Arterie. Lassen Sie die Finger ruhen, bis Sie ein regelmäßiges Pochen fühlen.

 

So ermitteln Sie den Puls Ihrer Katze

Sie können nur die Anzahl der Pulswellen Ihrer Katze zählen, während ein Tierarzt die Anzahl der Pulswellen, die Qualität des Pulses und seinen Rhythmus feststellen kann. Die Pulsmessung dauert nur 15 Sekunden lang, da die Pulswellenzahl pro 15 Sekunden errechnet und dann einfach auf die Dauer einer Minute hochgerechnet werden, indem sie die Anzahl der Wellen mal Vier nehmen. Sie können die Herzfrequenz aber auch direkt ermitteln, indem Sie an der linken Brustseite Ihres Tieres die Herzschläge bzw. die Herzseitenstöße ertasten und entsprechend zählen. Herz- bzw. Pulsfrequenz werden natürlich auch durch äußere Faktoren beeinflusst. Auch hier weichen die Normalwerte bei Erregung, nach körperlicher Anstrengung oder bei hohen Außentemperaturen ab. Störungen im Herz-Kreislauf-System werden nur selten durch die Abweichung der Herz- und Pulsfrequenz bemerkbar.

 

Kontrolle der Schleimhäute Ihrer Katze

Die Schleimhäute kontrollieren Sie bei Ihrer Katze am besten im Maul, an den Lefzen, oder an den Lidbindehäuten der Augen, indem Sie die Augenlider unter leichtem Druck nach Außen ziehen. Alarmzeichen sind stark gerötete, blutleere und damit auffallend helle oder bläulich angelaufene Schleimhäute.

 

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Untersuchung der Atemwege Ihrer Katze

Bei Erkrankungen des Atemapparates muss die Atemfrequenz  festgestellt werden. Hierzu sollten Sie sicherheitshalber die Anzahl der Atemzüge pro Minute ermitteln, indem Sie entweder die Atemzüge anhand des sich bewegenden Brustkorbes beobachten, oder sie fühlen die Ströme der Atemluft vor den Nasenlöchern, indem Sie die Hände vor die Nasenlöcher Ihres Tieres halten. Zählen Sie die Bewegungen des Brustkorbes bzw. die Atemstöße 15 Sekunden lang und rechnen anschließend auf eine Minute hoch (x 4). Diese Messung ersetzen keine Untersuchung durch einen Tierarzt, sie geben Ihnen lediglich eine Möglichkeit sich ein Gesamtbild über den Gesundheitszustand Ihrer Katze zu verschaffen.  Sollten Sie Hinweise auf eine Erkrankung der Atemwege und/oder Lunge feststellen wie: Husten, Niesen, Atemnot, von außen hörbare Geräusche beim Atmen (Schnarchen, Röcheln, Japsen), bläulich verfärbte Schleimhäute oder auch starker Nasenausfluss ist dringend ein Besuch beim Tierarzt notwendig, der mit seinem speziellen Fachwissen, seiner Erfahrung und Untersuchungsmethoden genau klären wird, was Ihrem Tier fehlt und ihm schnell, kompetent und gezielt helfen.

 

Jährliche Untersuchung der Katze beim Tierarzt

Jede Katze sollte einmal jährlich zur Routineuntersuchung zum Tierarzt um den allgemeinen Gesundheitszustand der Katze zu untersuchen und um eine Früherkennung von Erkrankungen und dementsprechend rechtzeitige Behandlung  bei ernsthaften Erkrankungen zu ermöglichen. 

Wenn Sie noch Hinweise und Tipps zu diesem Thema haben, freuen wir uns über ihren Beitrag zum Thema Gesundheit der Katzen 

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