Schlangen artgerecht halten

Artgerechte Haltung der Schlangen

Es gibt etwa 2500 Schlangenarten in etwa 430 Gattungen, deren Lebensräume und Lebensweise total verschieden sind. Darum sollten Sie bei der Haltung der Schlangen die Herkunft und die artbedingten, speziellen Verhaltensweisen der Wirbellosen beachten.

Bei der Haltung der Schlangen im Terrarium ist z.B. bei Riesenschlangen oder wenig bewegungsaktiven (Lauerräubern oder Stöberern) Schlangen, unbedingt der notwendige Raumbedarf zu beachten. Gut strukturierte Schlangen-Terrarien werden dem entsprechenden Bewegungs- und Jagdverhalten der Schlange der Natur entsprechend angepasst. So benötigen viele tagaktive Nattern und Giftnattern als sehr bewegungsfreudige Schlangen andere Bemessung und Bepflanzung als Schlangenarten, die eher eine eher träge Lebensweise führen.

Diese Unterschiede zur artgerechten Haltung jeder Schlange sollte ihrem individuellen, natürlichen Habitat weitestgehend angepasst werden. Das Herkunfts-Biotop und die Größe der einzelnen Schlangenarten sollten bei der Berechnung der Größe der Terrarien unbedingt berücksichtigt werden. Die Schlangenmaße sind auf die Körperlänge (Kopf bis Schwanzspitze) der adulten Schlange bezogen. Die Maximalhöhe der Schlangenterrarien sollten auf 2,0 m begrenzt sein. Die Anforderung bei der Haltung von Schlangen-Art ist so individuell wie jede Schlange in ihrem natürlichen Habitat. 



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Die Beleuchtungsdauer der Terrarien der Schlangen - vorwiegend Schlangen, die aus den Tropen stammen - sollte 12 Stunden täglich betragen. Die angegebenen Temperaturbereiche können etwas abweichen von den angegebenen Werten. Sollten die Tagestemperaturen zu niedrig sein, lönnen Sie z.B. Bodenheizungen einsetzen.

Im Terrarium der Schlangen sind Unterschlupfe oder Versteckmöglichkeiten, die je nach Art und Größe der Schlangen sehr wichtig. Viele Schlangen ruhen zusammen- geringelt mit seitlichem und meist auch mit Rückenkontakt zur Umgebung. Schlangen, die in der Natur klettern kriechen im Terrarium gern auf Ästen.

Schlangen leben meist räuberisch, indem sie lebende Beutetiere jagen. Häufig wird das Jagdverhalten erst durch die Bewegungen der Füttertiere ausgelöst. Im Terrarium gelingt es daher oft nicht, Schlangen an tote Futtertiere zu gewöhnen. Das Verfüttern lebender Beutetiere gehört zu einer artgemäßen Schlangenhaltung, das sollten Sie auch insbesondere bei Giftschlangen beachten, da beim Tötungsbiss auch Enzyme injiziert werden, die für eine optimale Verdauung erforderlich sind.

Die Aufzucht von Jungschlangen sollte in separaten Kleinbehälter erfolgen, deren Abmessungen die geforderten Maße erheblich unterschreiten. Auch die Behälter für die Schlangen, die zur Trocken- und Winterruhe untergebracht werden sollen, sollten die Behälter wesentlich kleiner sein.

 

Fütterung der Schlangen

Die Häufigkeit der Futteraufnahme richtet sich nach der Verdauungsdauer. Die Zeitspanne vom Freßakt bis zur Ausscheidung der Exkremente ist abhängig von Temperatur im Terrarium, der Futterart und Menge des aufgenommenen Futters: Höhere Temperaturen beschleunigen die Verdauung wesentlich, Fisch wird schneller verdaut als ein Säugetiere oder Vogel. Die vollständige Sättigung einer Schlange hält länger vor, als eine kleine "Beute". Bei Riesenschlangen reicht es, wenn sie alle 3 - 4 Wochen mit einer ausreichenden Mahlzeit versorgt werden. Wassernattern (u. a. Thamnophis) besitzen einen wesentlich schnelleren Stoffwechsel und sind aktiver, als die größeren Arten. Außerdem sind die Beutetiere dieser Arten leichter verdaulich, daher ist eine häufigere Futtergabe erforderlich. Eine Strumpfbandnatter hat ihre Verdauung oft schon nach 2-4 Tagen abgeschlossen, Boas oder Pythons benötigen für ihre Verdauung einige Tage mehr, da die größeren Beutetiere schwerer verdaulich sind.

Zu viel Futter wirkt sich sehr ungünstig auf die Lebensdauer und auch auf die Fortpflanzungsfähigkeit aus. Schlangen ziehen sich meistens, wenn sie gefressen haben, an ihren bevorzugten Ruheplatz zurück und bleibt dort bis zur vollständigen Verdauung liegen. In dieser Zeit sollte sie nicht gestört werden, da sie durch die Unruhe und auch falsche Temperaturen im Terrarium das Futter unverdaut wieder herauswürgt. Bewegte Beute wird gewöhnlich bevorzugt, da durch sie natürliche Reflexe stimuliert werden. Vermeiden Sie bitte, dass zu viele Futtertiere gleichzeitig ins Terrarium gegeben werden, da sie sonst zwar reflektorisch getötet werden, aber nur ein Beutetier verzehrt wird.

Im Terrarium kann man die meisten Schlangen auf Frostfutter umstellen, welche als Ersatzbeute in der Regel problemlos akzeptiert wird, sofern sie angewärmt gereicht wird. Jungschlangen bevorzugen häufig eine andere Nahrung, als sie adulte Schlangen. Nachtaktive Schlangenarten nehmen angebotenes Futter oft nicht am Tage an. Nehmen Sie wehrhafte Beutetiere nachts aus dem Terrarium, damit sie die durch die kühleren Nachttemperaturen im Terrarium trägeren Schlangen nicht anfressen oder legen Sie etwas Futter für die hungrigen Nager mit ins Terrarium.

 

Mögliche Gründe für eine Futterverweigerung bei Schlangen

  • Eine Futterverweigerung im Spätherbst kann bedeuten, dass sich die Schlange auf die Winterruhe vorbereitet. Dann wird sie im Frühjahr automatisch fressen.
  • Frisst eine Schlange kurz nach der Winterruhe nichts, streift aber ruhelos durch das Becken, so kann es sich um ein paarungsbereites Schlangen- Männchen handeln.
  • Trächtige Schlangen-Weibchen verweigern entweder während der gesamten Trächtigkeit, oder kurz vor der Geburt/Eiablage oft das Futter. Auch nach der Eiablage fressen viele eibchen noch nicht sofort, sondern erst nach der nächsten Häutung.
  • Schlangen in der Häutungsphase fressen häufig nur unwillig, sondern bekommen etwa 1-2 Tage nach der Häutung wieder Appetit.
  • Nachtaktive Schlangen sollten ungefähr 1/2 bis 1 Stunde nach Erlöschen der Beleuchtung ihr Futter bekommen. z.B.: Königspythons interessieren sich zur Tageszeit kaum für ihre Beutetiere, da die Schlangen zu dieser Zeit in der Natur ruhen.
  • Achten Sie bitte auf die richtige Temperatur im Terrarium, damit die Schlange ihre Beute verdauen kann.
  • Bei Futterverweigerung der Schlange, empfiehlt es sich, der Schlange verschiedenste Beutetiere (lebend oder tot) anzubieten. Einige Schlangen fressen z.B. keine weißen Mäuse, aber Farbmäuse oder junge Ratten.
  • Futter- Verweigernde Wassernattern fressen fast immer Regen- oder große Tauwürmer, das ist für sie eine besondere "Delikatesse". Leider oft schwer verdaulich und auch eine Quelle für Darmparasiten.
  • Achten Sie nach Möglichkeit auf die "natürlichen Beutetiere" der entsprechenden Schlangenart. Viele Schlangen (meist reptilien- oder schlangenfressende Trugnattern) hungern lieber, als ungewohnte Beute zu fressen.
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