Krankheiten der Schlangen

Krankheiten der Schlangen

Trotz hervorragenden Haltungsbedingungen kann eine Schlange krank werden. Schlangen gehören zu den Tierarten, die im Krankheitsfall zunächst keine oder nur milde Symptome zeigen. Um nicht zur Beute eines anderen Tieres zu werden, ist dieses Verhalten der Schlange trotz Evolution auch bei "vom Menschen gezüchteten Schlangen" noch zu beobachten. Wenn Sie eine Veränderung im Verhalten der Schlange bemerken, wie scheinbar grundlose Futterverweigerung, vermehrte

Wasseraufnahme, eine schlecht verlaufene Häutung, gesteigerte Aggressivität oder Teilnahmslosigkeit, sollten Sie die Schlange genau beobachten. Auch wenn sie nicht mehr ihre gewohnten Schlaf,- Ruhe-, bzw. Sonnenplätze aufsucht, kann es ein Alarmsignal für eine Erkrankung sein. Um ihrer Schlange helfen zu können, sollte eine Erkrankung möglichst früh erkannt werden. Da sich jedoch das Verhalten einer Schlange auch bei anderen Vorgängen, wie die Häutung, Paarung, Trächtigkeit, Winterruhe, Temperaturschwankungen, usw. ändert, ist die richtige Interpretation manchmal nicht so einfach. Bei der Wahl des Tierarztes sollten Sie Reptilien-erfahrenen Veterinär ausfindig machen. Schlangen sind sehr unempfindlich gegenüber den meisten Bakterien. Schlangen sind sehr kälteempfindlich, sie können unter zu kalten Bedingungen eine Lungenentzündung oder Durchfall bekommen. Schlangen sind als „Hungerkünstler" bekannt. Fastenzeiten von einem halben Jahr und mehr sind bei ihnen keine Seltenheit.

 

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Darmvorfall bei den Schlangen

Kloaken- und Darmvorfälle treten vorrangig bei Jungtieren auf und können durch Bewegungsmangel, Stress, Verdauungsstörungen, Muskelschwäche, Nervenlähmungen oder nicht artgerechter Ernährung auftreten (zu häufige Fütterungen, zu große, oder ungewohnte Beutetiere). Dabei werden meist beim Abkoten teile des Darmes der Schlange mit aus der Kloake gepresst und können nicht mehr zurückgezogen werden. Das Gewebe schwillt dann meist schnell an und sieht dann aus wie eine Blase. Jungtiere, die dauerhaft bei hoher Luftfeuchtigkeit und 31°CTemperaturen gehalten werden, verdauen meist sehr schnell und müssen daher häufiger und schneller koten. 

Vorgehensweise bei einem Darmvorfall der Schlange

Wenn Sie einen Darmvorfall an Ihrer Schlange entdecken, sollten Sie zunächst das Gewebe säubern und dann mit herkömmlichen Haushaltszucker auf das vorgefallene Gewebe streuen, um diesem Wasser zu entziehen und die Schwellung zu verringern. Wenn die Schwellung zurückgegangen ist, können Sie versuchen das Gewebe vorsichtig mit einem angefeuchteten Q-Tipp zurückzumassieren. Manchmal wird das vorgefallene Darmende auch von alleine wieder eingezogen. Falls Sie dabei keinen Erfolg haben, oder Teile des Darmgewebes bereits stark entzündet oder abgestorben sind, sollten Sie unbedingt zum Tierarzt mit der Schlange gehen. Eventuell muss ein Teil des Darmes, bzw. der Darmschleimhaut operativ entfernt werden. In den nächsten Wochen/Monaten sollte die Schlange nur kleine, leicht verdauliche Futtertiere verfüttert werden.

 

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Dehydrierung der Schlangen

Zu einer Dehydrierung der Schlange kann es kommen, wenn die Bodentemperaturen zu hoch sind und die Schlange keine Ausweichmöglichkeit in kühlere und feuchte Bereiche hat. Wenn die relative Luftfeuchtigkeit dann noch zu gering ist, ist eine Austrocknung der Schlange oft die Folge. Eine zu starke Erwärmung der Sonnenplätze durch zu starke Strahlerleistung kann ebenfalls - besonders für baumbewohnende Schlangen - gefährlich werden. Die Tiere liegen oft zu lange an einem direkt angestrahlten Ast können hierdurch austrocknen, selbst wenn die Umgebungsfeuchtigkeit richtig ist. Reduzieren Sie bitte die Leistung der Strahler und strahlen Sie die Sonnen-Äste nicht direkt an. Auf Bodenheizungen sollten Sie bei grabenden Schlangenarten verzichten. Bodenheizungen sollten nur indirekt eingesetzt werden, und den Boden nicht zu stark erwärmen (25-26°C maximal, je nach Schlangen-Art). Kontrollieren Sie regelmäßig die Feuchtigkeit im Terrarium, die Regulierung erfolgt durch Sprühen mit warmen Wasser.

Behandlung dehydrierter Schlangen

Wenn eine Schlange dehydriert, bekommt ihre Haut Falten, die besonders dann sichtbar werden, wenn sich die Schlange einrollt. Besprühen Sie bitte sofort den Bodengrund. Falls die Luftfeuchtigkeit dauerhaft zu niedrig ist, sollten Sie die Lüftungsflächen verkleinern. Stärker dehydrierte Schlangen sollten für 1-2 Tage in einem Behälter mit feuchtem Substrat untergebracht werden, achten Sie aber bitte auf starke Temperatur-Schwankungen. Leichte bis mittelschwer dehydrierte Schlangen erholen sich meistens innerhalb weniger Tage, sofern kein organischer Schaden vorliegt. Falls die Symptome nach einigen Tagen nicht besser werden, kann eine Verabreichung von Elektrolyten sinnvoll sein (oral oder intramuskulär). Eine Injektion ist meist wirksamer, als eine Aufnahme der Flüssigkeit über den Magen-Darm-Trakt. Normales Trinkwasser ist nicht sinnvoll, da der Organismus bei Wassermangel Trinkwasser mit normaler Salzkonzentration nicht in genügenden Mengen über den den Magen-Darm-Trakt resorbieren kann. Man sollte mit der Behandlung nicht zu lange abwarten, denn meist zieht eine Dehydrierung weitere Probleme nach sich, die eine Behandlung verkomplizieren können (Nierenschäden, erhöhte Anfälligkeit für Infektionen usw.).

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Einschlußkörperchen-Krankheit bei Schlangen

Die Einschlußkörperchen-Krankheit (Inclusion Body Disease, IBD) ist in erster Linie eine Viruserkrankung der Riesenschlangen (Boidae, Pythonidae). Typische klinische Symptome sind Störungen des Zentralen Nervensystems wie Gleichgewichtsstörungen, Schluckbeschwerden und Zittern, Veränderungen am Verdauungstrakt wie Mundfäule (Stomatitis) und Durchfall (Enteritis) sowie Lungenentzündung (Pneumonien). Unter Umständen können Einschlußkörperchen in Leber-, Nieren-, Ösophagusbiopsien und Blutausstrichen ermittelt werden, allerdings würde das Fehlen solcher Einschlüsse nicht bedeuten, dass die Schlange frei von IBD ist.

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Hätungsprobleme der Schlangen

Schlangen wachsen ihr Leben lang und haben eine verhornte Haut, daher müssen sich regelmäßig häuten. Jungtiere häuten sich häufiger als adulte Schlangen. Schlangen häuten sich normalerweise in einem Stück. Wenn bei Schlangen die alte Haut nicht in einem Stück abgezogen wird, oder die Augen (Brille) nicht mitgehäutet werden, sind das Häutungs-Probleme der Schlange.

Mögliche Ursachen der Häutungs- Probleme der Schlange

  • Zu trockene oder zu feuchte Haltung der Schlange
  • Schlechter Ernährungs- und Allgemeinzustand des Tieres
  • Vitaminmangel (insbesondere Vitamin A und C)
  • Zu nedrige Temperatur im Terrarium
  • Ektoparasiten, oder Krankheiten oder alte Verletzungen des Tieres
  • Das Fehlen rauer Gegenstände als Häutungshilfe für die Schlange im Terrarium

Baden Sie die Schlange bitte in lauwarmem Wasser und helfen Sie dem Tier bei der Häutung, indem Sie die Reste der Haut vorsichtig entfernen.  
Bei Schlangen mit nicht gehäuteten Augen, sollten Sie die Augen mehrere Stunden mit feuchten Kompressen bedecken, um die alte Haut aufzuweichen um sie anschließend vorsichtig abzuziehen. Im Zweifel ist der Gang zum Tierarzt geraten.
Da Häutungsprobleme häufig durch Haltungsfehler entstehen, sollten Sie diese bitte einmal überprüfen und nötigenfalls korrigieren. 


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Hemipenisvorfall bei den Schlangen

Bei männlichen Schlangen kann es zu einem Vorfall des Hemipenis kommen, wenn sich das Tier versucht zu paaren und das Weibchen entweder nicht bereit ist, oder während des Paarungsaktes flieht. Dadurch kann das Gewebe verdreht, gedehnt oder anderweitig beschädigt werden, so dass der Hemipenis nicht mehr eingezogen werden kann. Auch hier gilt: Wenn sich die Situation nicht innerhalb weniger Tage von alleine oder durch vorsichtiges zurückmassieren bessert, muss das Organ vom Tierarzt begutachtet und gegebenenfalls entfernt werden. Eine lokale Nachbehandlung mit antibiotikahaltigen Salben ist sinnvoll.

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IBD, Inclusion Body Disease

Inclusion Body Disease ist eine ansteckende Viruserkrankung, die vor allem die Boa constrictor, aber auch andere Schlangen befallen kann. IBD ist eine Virus-Infektion und kann direkt von Tier zu Tier (Ausscheidungen), oder durch Körperkontakt zu Menschen oder infizierten Gegenständen übertragen werden. Auch Ektoparasiten wie Schlangenmilben, stehen in Verdacht, das Virus zu übertragen. Selbstverständlich ist auch eine Mutter-Kind-Übertragung möglich (bei Pythons über die Eier). Die IBD äußert sich in einer chronischen Darmentzündung, die sich dann auch auf das zentrale Nervensystem der Schlange ausdehnt und meistens tödlich endet.

Symptome einer Inclusion Body Disease => IBD

  • Störungen des zentralen Nervensystems
  • motorische Störungen der erkrankten Schlange
  • verdrehte Pupillen der Schlange
  • veränderte Reflexe der Schlange
  • Stomatitis
  • chronisches Erbrechen
  • massiver Gewichtverlust
  • Häutungsprobleme

IBD gilt derzeit als unheilbar. Bei Pythons führt die Krankheit i.d.R. relativ schnell zum Tod (innerhalb Wochen), während sie sich bei Boas über Monate hinziehen kann.

Prophylaxe 
Die Vorsorge liegt in der strikten Einhaltung der Quarantäne bei Neuzugängen oder verdächtigen Tieren. Jeglicher Kontakt zu anderen Schlangen ist unbedingt zu verhindern. Achten Sie auf absolute Sauberkeit, wenn Sie ein infiziertes Tier berührt haben. Aber auch im Aquarium und allen Gegenständen, die mit der erkrankten Schlange in Berührung gekommen sind, können mit diesen infektiösen Viren kontaminiert sein.


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Maulfäule bei Schlangen (Stomatitis ulcerosa)

Stomatitis ulcerosa ist eine bakterielle Entzündung der Mundschleimhaut, die vor allem bei Schlangen im Terrarium auftritt. Die für die Entzündung verantwortlichen Bakterien (Aeromonas, Citrobacter, Pseudomonas u.a.) leben normalerweise im Maul gesunder Schlangen. Als Krankheitsauslöser gelten Stress, Haltungsfehler (zu kühl), ungenügende Hygiene, Mangelerscheinungen oder Verletzungen im Maul der Schlange. Hierdurch vermehren sich die vorhandenen Bakterien sehr stark und verursachen die Entzündung der Mundschleimhaut. 

Mögliche Symptome einer Stomatitis

  • Ausfluss einer schleimigen, zähen Flüssigkeit aus dem Maul
  • Häufig wird die Nahrungsaufnahme verweigert
  • Nekrose des Zahnfleisches
  • Blutungen im Maul
  • Zahnausfall

In vorangeschrittenen Stadium der Maulfäule bei Schlangen kann auch der Kieferknochen befallen werden. Häufig tritt als Folge durch das Einatmen des eitrigen Ausflusses auch eine akute Lungenentzündung auf. Die Mundfäule kann mit dem Tod des Tieres durch eine bakterielle Blutvergiftung enden.

 

Sie sollten bei der Behandlung der Mundfäule als erstes die Krankheitsauslöser herausfinden und die Lebenssituation der Schlange schnellstmöglich ändern (Stressfaktoren eliminieren, Hygiene verbessern usw.). Weiterhin müssen Sie auf jeden Fall einen reptilienkundiger Tierarzt konsultieren, der die betroffenen Stellen mit der Desinfektion und einem Antiseptikum (z.B. verdünnte Betaisodonia-Lösung) behandeln wird und abgestorbene Gewebereste schonend ausspült. Anschliessend ist dem Tier ein Antibiotikum zu verabreichen. Eine zusätzliche Gabe von Vitamin C kann die Behandlung der Mundfäule unterstützen.

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Paramyxovirusinfektionen bei Schlangen

 

Die Paramyxovirusinfektion oder Ophidian PMV (oPMV) betrifft vor allem Vipern, daneben Schlangen der Familien Colubridae (Nattern), Elapidae (Kobras) und Boidae (Boas, Pythons).  Paramyxovirusinfektion-Symptome zeigen sich durch abnorme Atemgeräusche, blutigen bis eitrigen Absonderung (Exsudaten) in der Mundhöhle und einem offenen Maul, häufig fallen zudem des Zentralen- Nervensystems auf. Die Übertragung des Virus erfolgt wahrscheinlich als Tröpfcheninfektion, über den Kot und eventuell auch vertikal. Untersuchungen bezüglich des Virus sind serologisch möglich.

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Schlangenmilben bei Schlangen

Die häufigsten Außenparasiten bei Schlangen sind die Schlangenmilben (Ophionyssus natricis). Fast jeder Schlangenhalter wird mit diesem hartnäckigen Problem konfrontiert. Die Milben sind als winzige, schwarze Punkte zu erkennen, im ausgewachsenen Zustand können diese Schädlinge ungefähr 0,5 mm groß werden. Von Milben befallene Schlangen werden durch den verursachten Juckreiz sichtlich nervös und liegen oft stundenlang im Wasserbecken oder scheuern sich an Einrichtungsgegenständen. Das Wasser ist bei starkem Befall schnell mit abgestorbenen Milben übersät, die als schwarze Punkte am Boden des Wasserbeckens liegen. Milben im Wasserbecken sind offensichtliche Anzeichen für einen Milben-Befall der Schlange, auch wenn die Tiere meist schon länger an Milbenbefall leiden. Schlangenmilben sammeln sich besonders häufig an den Augen der Schlange, was schnell zu Entzündungen führen kann. Dann schwellen die Schuppen um die Augen der Schlange an, als wäre das ganze Auge eingesunken.

Beseitigung der Schlangenmilben

Die Eleminierung der Milben bei der Schlange kann mit Blattanex (mit Dichlorvos als Wirkstoff), Frontline (Fipronil), Vapona-Strips (Dichlorvos), sowie Ardap erfolgen.Während der Behandlung sollten die Lüftungen verklebt werden, damit der gewählte Wirkstoff nicht wirkungslos entweicht. Da sich Dichlorvos im Wasser bindet, sollte sich in dieser Zeit kein Trinkwasser im Becken der Schlange. Das Einsprühen des Beckens sollten Sie ebenfalls während der Behandlung unterbleiben - auch für Regenwaldbewohnende Schlangen-Arten. Die Schlangen sollten vor der Behandlung gebadet werden. Wiederholen Sie die Behqandlung bitte nach 5 Tagen, um die neugeschlüpften Milben vor einer erneuten Eiablage ebenfalls abzutöten. Im Zyklus der Schlangenmilbe genügen bei optimalen Bedingungen ca. 6 Tage, damit sich aus dem Ei eine geschlechtsreife, ablagebereite Milbe entwickelt (Temperaturen von 24-31° C und eine relative Luftfeuchtigkeit von 70-90% vorausgesetzt).

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Würmer bei den Schlangen

Besonders Schlangen-Wildfänge sind fast immer mit den unterschiedlichsten Innenparasiten befallen, meistens mit diversen Würmern wie Nematoden (Fadenwürmer), Trematoden (Saugwürmer), Cestoden (Bandwürmer) oder Acanthocephalen (Kratzer), aber auch Protozoen wie Flagellaten und Amöben bereiten den Schlangen Probleme. Daher sollten Sie jeden Neuzugang tierärztlich durch eine Kotprobe untersuchen lassen und die Schlange so lange isolieren, auch wenn die Schlange symptomfrei erscheint. Sie erkennen den Wurmbefall durch die Abmagerung des Tieres trotz Futteraufnahme, lange Pausen zwischen den Häutungen (bis 5 Monate), Apathie, Ausblassen der Farben, Kontraktionen im Magen-Darmbereich, Futterverweigerung, Gewichtsverlust, Verstopfung oder Durchfall und Erbrechen (bei Einzeller-Befall).

Behandlung der Würmer bei Schlangen

Wenn Nematoden wie Ascariden, Oxyuren, Strongyliden (Darmälchen) und Spiruiden, sowie Bandwürmer im Magen-Darm-Trakt der Schlange nachgewiesen sind, eignen sich verschiedene Präparate zur Behandlung. Verabreichen Sie das Mittel, indem sie es ins "Futter" geben. Mebendazol (Präparat: Telmin KH) kann z.B. 4-5 mal an aufeinander folgenden Tagen in einer Konzentration von 10 mg pro 100 g Körpergewicht verabreicht werden. Die Behandlung bitte nach 3-4 Wochen wiederholen. Auch Fenbendazol (Präparat: Panacur) ist gegen diese Parasiten sehr wirksam (50 mg pro kg Körpergewicht für 4 Tage). Zu spätes Erkennen der Parasiten führt oft zum Tode der Schlange, sei es durch Organschäden (vor allem Darm, Leber und Lunge), bzw. durch Entkräftung, da sich die Parasiten sowohl von dessen aufgenommener Nahrung, als auch von den Körperflüssigkeiten des Wirtes ernähren. Auch Fenbendazol (Präparat: Panacur) ist gegen diese Parasiten sehr wirksam (50 mg pro kg Körpergewicht für 4 Tage). Metronidazol ist leider nicht sonderlich gut verträglich, eine leichte Überdosierung kann bei schon geschwächten Tieren schnell zum Tode führen.

Infizierte Tiere sind hochgradig ansteckend, so dass die Schlange sofort isoliert werden muss, um den übrigen Tierbestand nicht zu gefährden.

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