Mit Tieren zum Tierarzt

So klappt`s auch mit dem Tierarzt

Bitte nehmen Sie sich die Zeit einen kompetenten Tierarzt zu suchen, bevor Ihr Tier ernsthaft krank ist! Im Studium eines Tierarztes können aufgrund der Artenvielfalt nicht alle Tierärzte in allen Tierarten gleich gut ausgebildet sein. Es gibt - wie in der Humanmedizin - Spezialisten bestimmter Tierarten oder Spezialgebiete in der Tiermedizin. Beispielsweise gehört die

Ausbildung für Reptilien und Amphibien leider noch nicht zur Standard-Ausbildung der Tierärzte. Die Tierärzte investieren Geld und ihre Freizeit für die speziellen Zusatzausbildungen, um sich individuelles  Fachwissen zu Spezialgebieten anzueignen, damit sie schneller richtig zu diagnostizieren und die Tiere behandeln zu können. Leider starben bereits viele Tiere aufgrund einer Fehldiagnose, oder weil sie nicht rechtzeitig untersucht oder nicht richtig behandelt wurden.

Für Notfälle am Wochenende, abends oder Feiertags gibt es den Tierärztlichen Notdienst (Gelbe Seiten/oder im Internet), dort können sie rund um die Uhr anrufen, wenn Ihr Tier erkrankt ist und Sie sich Sorgen machen.

Richtige Fragen, bei der Suche nach dem geeigneten Tierarzt

  • Hat sich der Tierarzt/Tierärztin auf die Tierart meines Tieres spezialisiert?
  • Kennt sich der Tierarzt/Tierärztin, wenn es kein Spezialgebiet erfordert, mit den speziellen Bedürfnissen dieser Tierart (z.B. Ernährung) und Krankheiten aus?
  • Beobachten Sie bitte bei der Untersuchung, wie gründlich er das Tier untersucht, schaut er Augen, Ohren, Zähne und die Analregion an? Tastet er/sie das Tier ab?
  • Erklärt der Tierarzt/Tierärztin Ihnen die verschiedenen Diagnoseverfahren, Behandlungs- und Therapiemöglichkeiten und eventuelle Alternativen sowie die Chancen und Vorteile für das Tier, einschl. die hierfür anfallenden Kosten, die Medikamenten- Dosierung, erwünschte Wirkungen und Nebenwirkungen der Medikamente und die Heilungschancen des Tieres? Spricht er die Behandlung von Anfang an offen und detailliert so mit Ihnen ab. Haben Sie alles richtig verstanden? Dürfen Sie Fragen stellen, die er/sie in Ruhe beantwortet?
  • Bezieht der Tierarzt Sie in die Untersuchung mit ein, indem erklärt wird, was warum gemacht wird
  • Werden durch gezielte Fragen die Symptome, der Krankheitsverlauf, vorherige Auffälligkeiten, der allgemeine Gesundheitszustand, die Ernährung des Tieres mit einbezogen?
  • Welche Untersuchungsmöglichkeiten hat der Tierarzt in seiner Praxis, besitzt er ein eigenes Labor, ein Röntgen,- und ein Ultraschallgerät?
  • Nur für Operationen am Tier wichtig: Welche Narkosen bietet er für das Tier an? Behält er die Tier nach der Narkose so lange da, bis es ganz wach ist? (Das wäre für Sie vorteilhaft, damit eventuelle Risiken beobachtet und sofort die richtigen Gegenmaßnahmen getroffen werden können.)
  • Ist der Tierarzt auch im Notfall abends, an Feiertagen oder am Wochenende zu erreichbar?

 Finden Sie den Tierarzt, bevor das Tier ernsthaft krank ist

Wichtige Fragen, die ein Tierarzt zum Tier stellen könnte

Wenn ein Tier krank ist, benötigt der Tierarzt meistens folgende Informationen über das Tier

  • Alter des Tieres
  • Gewicht des Tieres
  • Symptome, die Ihnen wichtig erscheinen bzw. aufgefallen sind
  • Hat das Tier ungewohnte Laute von sich gegeben, aus denen Sie vermuten, es könnte Schmerzen haben?
  • Die Nahrungsaufnahme des Tieres - wie viel frisst das Tier bzw. zu welchen Zeiten zeigt das Tier Appetit?
  • Achten Sie bitte möglichst auf den Kotabsatz (bei Durchfall sollten Sie eine Kotprobe mit zum Tierarzt bringen)
  • vorangegangene Erkrankungen des Tieres vorher notieren, damit sie die Liste ggf. dem Tierarzt vorlegen können
  • Medikamente, die das Tier bekommt oder regelmäßig verabreicht bekommt

 

Der Transport zum Tierarzt

Wenn Sie mit dem kranken Tier zum Tierarzt fahren, denken Sie bitte an den Impfpass. Außerdem gibt es ein paar Möglichkeiten, um den Tierarztbesuch für das Tier so stressfrei wie möglich zu machen:

  • Bitte transportieren Sie Ihr Tier nur in einem geeigneten, belüfteten Transportbehälter, möglichst klimatisierten Fahrzeug
  • Leckerlis in der Transportbox eignen sich gut zur Ablenkung
  • Bitte lassen Sie die Tiere niemals im Sommer oder Winter aufgrund der Temperaturen allein im Auto, schon gar nicht wenn es krank ist!

 

Operationen von Tieren

Manchmal muss ein Tier leider operiert werden, die Vor- und Nachsorge des Tieres ist dabei sehr wichtig.

  • Wenn möglich, schauen Sie sich den Aufwachraum vorher an, in dem das Tier liegen wird. Sind die Temperaturen akzeptabel, kommt Tageslicht in den Raum, wie ist die Betreuung des Tieres nach der OP organisiert?
  • Bei kleineren Tieren ist zu empfehlen, dass Sie den Tierarzt bitten, das frisch operierte Tier auf einem Wärmekissen zu lagern. Gegen Sie vorsorglich selbst ein Wärmekissen mit dem Tier ab, damit es im Stress nicht vergessen wird. 
  • Bevor Sie das Tier wieder mit nach Hause nehmen, sollte es aus der Narkose erwacht sein. Schläft das Tier noch, könnten Komplikationen auftreten mit denen Sie als Halter überfordert sind. Ein guter Tierarzt gibt Tiere erst wieder mit, wenn sie wach sind und erklärt Ihnen die Nachsorge und Pflege des Tieres.
  • Auf dem Nachhauseweg (bis die Narkose völlig abgeklungen ist) muss auf die Umgebungstemperatur des frisch operierten Tieres geachtet werden. Im Sommer bringen Sie das Tier bitte an einen kühlen, schattigen Platz. Bei niedrigen Temperaturen können Wärmflaschen und Decken im Transporter, bzw. Box oder Käfig das Tier wärmen, bis es wieder putzmunter ist. Da einige Tierarten diese Wärmflasche anknabbern, sollten Sie die Wärmflaschen vorsorglich in ein Handtuch wickeln.
  • Beobachten Sie das Tier gut, fängt es von selber an zu trinken und zu fressen? Frisst das Tier nicht, sollten Sie nach einer gewissen Toleranz- Zeit bei einigen Tierarten den Tierarzt anrufen und klären, ob eine Zwangsernährung angeraten ist. Auch die Flüssigkeitsversorgung muss unbedingt bei den Tieren beachtet werden. Falls das Tier nicht genug trinkt, können zusätzlich Elektrolyte verabreicht werden. Auch das besprechen Sie bitte mit dem Tierarzt.
  • Nach der OP sollten Kleintiere einige Tage statt Einstreu Handtücher oder Küchentücher als Untergrund bekommen, damit kein Staub durch Einstreu an die frischen Wunden gelangt.
  • Die Wunden müssen täglich kontrolliert werden. Sitzen die Fäden, sind Entzündungen zu sehen? Sollte die Wunde bluten oder das Tier sichtbare Schmerzen haben, sollten Sie unverzüglich einen Tierarzt aufsuchen!

 

0
0
0
s2smodern