Rasselisten in Deutschland

Finanzielle Abzocke oder gewollte Schutzlosigkeit durch die Abschaffung starker Schutz- und Begleithunde?

Jeder Beiss- Unfall durch einen Hund ist tragisch, egal durch welchen Hund der Biss erfolgte! Doch die grundsätzliche Diskriminierung vieler Hunderassen ist unangebracht, ungerecht und hat fatale Konsequenzen.  

Ein Rottweiler biss 2010 in Zörnigall bei Wittenberg einen dreijährigen Jungen tot. Wir waren alle erschüttert und entsetzt. Der Kampfhund hatte das Kind auf dem Grundstück seiner überforderten Urgroßmutter angegriffen. Der Hund wuchs mit dem Jungen auf, es gab vorher scheinbar keine Probleme. Die 76 jährige Hunde- Besitzerin war scheinbar mit ihren Tieren überfordert, auch wenn der optische Eindruck der Hunde gut war. Ordnung und Sauberkeit auf dem Grundstück ließen jedoch zu wünschen übrig und hätten ein Alarmzeichen sein müssen. Der Hund wurde getötet, die Frau erlebte wahrscheinlich den schlimmsten Alptraum ihres Lebens. Die politische Debatte um aggressive Hunde begann. Auslöser der Probleme bei Hunden ist fast immer die Haltung des betroffenen Hundes. Bei der Ursachen- Untersuchung dieser fürchterlichen Biss- und Aggression- Problemen der Hunde stellt sich fast immer die massive Verantwortung der Hundebesitzer als "eigentliches Problem" heraus. Die "Presse" puschte dieses Thema Kampfhunde, Aggressivität der Hunde, bewusst tagelang hoch. Unsere Empörung war gewollt, damit wir akzeptieren, dass die "Rasseliste" eingeführt wird.  

Hunde dieser Rassen gelten grundsätzlich als „gefährlich“, weil sie der Rasse entstammen, egal zu welchem Zweck sie ursprünglich gezüchtet, sozialisiert und erzogen wurden. Dass einer ganzen Hunderasse grundsätzlich „Gefährlichkeit“ unterstellt werden kann, diesen Standpunkt vertreten die Befürworter von Rasselisten. Sie argumentieren damit, dass die Bevölkerung vor Hunden mit der Definition "Kampfhund, Listenhund" besonders geschützt werden muss. Das Gesetz zur Bekämpfung gefährlicher Hunde entstand, das Einfuhrverbot von gefährlichen Hunden und die Tierschutz-Hundeverordnung. Jedes Bundesland dachte sich seine eigene Rasseliste aus. Jedes Bundesland hob die Hundesteuer für Hunde dieser Rassen unterschiedlich an (z.B.: Cottbus 270 Euro, Starnberg 1000 Euro, Hürth beschloss bereits im Mai 1991 die normale, jährliche Hundesteuer von 108 auf 2.160 DM für diese sog. „Kampfhunde“ zu berechnen, die ja alle grundsätzlich besonders aggressiv und angriffslustig sind). Jedes Bundesland erklärte unterschiedliche Hunderassen zur Rasseliste gehörend.

Da nicht einmal die Hunderassen einheitlich festgelegt wurden, gelten in Berlin z.B. Hunderassen als ungefährlich, die in Bayern als aggressiv bezeichnet, eingestuft und behandelt werden. In der folgenden Aufstellung sehen Sie die Hunderassen, in Klammern die Bundesländer in denen sie als Kampfhund eingestuft sind, dann die Charaktereigenschaften, bzw. Wesensmerkmale die ihnen lt. Wesens- und Zuchtbeschreibung zugesprochen werden. Züchter und Zuchtverbände haben sich ja wirklich sehr ausführlich und intensiv mit dem Wesen dieser Hunderassen beschäftigt. Deren Beurteilung wird jedoch ignoriert.  

Rassehunde der Bundesländer und Charaktereigenschaften der Rassen 

  • Alano (Bayern, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen)
    • Wesensmerkmale  lt. Rasse- Beschreibung des Hundes: 
    • Anhänglich, Gehorsam, Geduldig, Zuverlässig, Dominant, Ernst
  • American Bulldog (Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen) 
    • Wesensmerkmale  lt. Rasse- Beschreibung des Hundes: 
    • Freundlich, Durchsetzungsfähig, Loyal, Energisch, Sanftmütig, Selbstbewusst, Dominant 
  • American Pitbull Terrier (Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Schleswig-Holstein)
    • Wesensmerkmale lt. Zuchtbeschreibung:
    • Clownhaft, Durchsetzungsstark, Freundlich, Stur, Anhänglich, Loyal, Gehorsam, Intelligent, Tapfer 
  • American Staffordshire Terrier (Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Schleswig-Holstein) 
    • Wesensmerkmale lt. Rasse- Beschreibung des Hundes:
    • Freundlich, Beharrlich, Loyal, Hingebungsvoll, Aufmerksam, Tapfer 
  • Bullmastiff (Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Nordrhein-Westfalen)
    • Wesensmerkmale lt. Rasse- Beschreibung des Hundes: 
    • Fügsam, Loyal, Hingebungsvoll, Konzentriert 
  • Bullterrier (Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Schleswig-Holstein)
    • Wesensmerkmale lt. Rasse- Beschreibung des Hundes: 
    • Erziehbar, Scharfsinnig, Gutmütig, Beschützend, Aktiv 
  • Cane Corso (Bayern, Brandenburg)
    • Wesensmerkmale lt. Rasse- Beschreibung des Hundes:
    • Erziehbar, Reserviert, Ausgeglichen, Widerstandsfähig, Still, Ruhig 
  • Dobermann (Brandenburg)
    • Wesensmerkmale lt. Rasse- Beschreibung des Hundes:
    • Furchtlos, Loyal, Energisch, Konzentriert, Gehorsam, Selbstbewusst, Intelligent 
  • Dogo Argentino (Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen)
    • Wesensmerkmale  lt. Rasse- Beschreibung des Hundes: 
    • Freundlich, Anhänglich, Loyal, Munter, Tolerant, Beschützend 
  • Dogue de Bordeaux (Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Hamburg)
    • Wesensmerkmale  lt. Rasse- Beschreibung des Hundes:
    • Loyal, Hingebungsvoll, Kameradschaftlich, Ausgeglichen, wachsam, Tapfer 
  • Fila Brasileiro (Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen)
    • Wesensmerkmale  lt. Rasse- Beschreibung des Hundes:
    • Fügsam, Loyal, Gehorsam, Zielstrebig, Mutig, Tapfer 
  • Kangal (Hamburg, Hessen)
    • Wesensmerkmale lt. Rasse- Beschreibung des Hundes:
    • Selbstbeherrscht, Konzentriert, Eigenständig, Empfindlich, Beschützend, Ruhig 
  • Kaukasischer Owtscharka (Hamburg, Hessen)
    • Wesensmerkmale lt. Rasse- Beschreibung des Hundes:
    • Konzentriert, Aufgeweckt, Dominant, Kraftvoll, Ruhig, stark 
  • Mastiff (Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen)
    • Wesensmerkmale lt. Rasse- Beschreibung des Hundes:
    • Freundlich, Anhänglich, Würdevoll, Beschützend, Ruhig, Tapfer 
  • Mastin Espanol (Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Nordrhein-Westfalen)
    • Wesensmerkmale lt. Rasse- Beschreibung des Hundes:
    • Anhänglich, Edel, Zielstrebig, Intelligent, Selbstsicher 
  • Mastino Napoletano (Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen)
    • Wesensmerkmale lt. Rasse- Beschreibung des Hundes:
    • Stur, Furchtlos, Gehorsam, Dominant, Beschützend, Erziehbar 
  • Perro de Presa Canario (Bayern, Brandenburg)
    • Wesensmerkmale lt. Rasse- Beschreibung des Hundes:
    • Misstrauisch, Durchsetzungsstark, Sanftmütig, Dominant, Ruhig 
  • Perro de Presa Mallorquin (Bayern, Brandenburg)
    • Wesensmerkmale lt. Rasse- Beschreibung des Hundes:
    • Loyal, Still, Selbstsicher, Mutig, Tapfer 
  • Rottweiler (Bayern, Brandenburg, Hamburg, Nordrhein-Westfalen)
    • Wesensmerkmale lt. Rasse- Beschreibung des Hundes:
    • Zuverlässig, Freundlich, Furchtlos, Hingebungsvoll 
  • Staffordshire Bullterrier (Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Schleswig-Holstein)
    • Wesensmerkmale lt. Rasse- Beschreibung des Hundes:
    • Anhänglich, Furchtlos, Unerschrocken, Loyal, Zuverlässig, Intelligent, Tapfer 
  • Tosa Inu (Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Nordrhein-Westfalen)
    • Wesensmerkmale lt. Rasse- Beschreibung des Hundes:
    • Misstrauisch, Furchtlos, Aggressiv, Intelligent, Empfindlich, Mutig

Wir alle wurden systematisch, psychologisch manipuliert, denn unbewusst verunsicherten viele, ob wir diesen Hunden überhaupt noch trauen können. Diese Hunde und deren Halter werden seitdem systematisch diskriminiert. Das tatsächliche Wesen, der Charakter, die Haltungsbedingungen und soziale Kompetenz der Hunde und Hundehalter werden ignoriert. Einen Hund dieser Rasseliste zu halten, bedeutete seitdem nicht nur diverse Einschränkungen für die Hunde, sondern auch für die Hundebesitzer. Bei der Haltung eines Hundes der sog. Listenhunde sind noch mehr Vorschriften zu beachten, als ohnehin bei der Haltung von Hunden. Vorschriften der "örtlichen Gegebenheiten der Unterkunft des Tieres", es gibt Einschränkungen außerhalb des eigenen Grundstückes für Hund und Hundehalter, wie Leinenzwang und Maulkorbpflicht, Wesenstest, usw.. Wenn so viele Vorschriften notwendig sind, die uns schützen sollen, dann gibt es wohl auch hinreichend Gründe dafür, oder? Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass ich unbewusst skeptisch wurde, obwohl ich selbst vorher jahrelang völlig vernarrt in eine Rottweiler- Hündin war. Hundehalter brauchen ein ziemlich "dickes Fell", um die ständigen, verallgemeinernden Anfeindungen zu ertragen. Hunde und Hundehalter dieser Rassen werden seitdem oft verbal ungerecht angegriffen, oder man macht einen Bogen um sie, beobachtet sie skeptisch aus den Augenwinkeln. Einige greifen das "Gespann" öffentlich an, beleidigend, anmaßend, weil sich jemand scheinbar schon durch die bloße Gegenwart des Hundes bedroht fühlt. 

 

 

Hundesteuer und andere Ungleichbehandlungen

Obwohl es keine Beweise gibt, dass von bestimmten Hunderassen eine erhöhte Gefahr ausgeht, gelten die Rasse-Listen und die damit verbundenen Gefahr- Hunde- Regelungen der einzelnen Länder, samt der individuellen Hunderassen- Liste. Es geht um sehr viel Geld, denn schließlich leben etwa 8 Mio Hunde in deutschen Haushalten, für die Hundesteuer gezahlt wird. Die Hundebesitzer, deren Hunde der "Rasseliste" zugeordnet wurden, mussten sofort höhere Steuer bezahlen, nur weil ihre Hunde dieser "Rasse" angehörten. Die Hundesteuer dieser Rassen wurde in allen Gemeinden, massiv angehoben, teils sogar um das 26-fache. Durchschnittlich kostet in Deutschland die Hundesteuer, dadurch dass der Hund als "Listenhund" gilt, mindestens der 4-fache Hundesteuersatz. 

Es gibt grundsätzlich viel mehr Vorschriften für die Haltung der Hunde zu beachten, die bei der Haltung anderer Tierarten nicht gelten: 

  • Hundesteuer (seit kurzem erheben die ersten Gemeinden wieder die bereits abgeschaffte Pferdesteuer). 
  • Hundehalter müssen für ihre Tiere eine Hunde- Haftpflichtversicherung abschließen.
  • Hundehalter müssen Ihre Hunde in vorgeschriebenen Gegenden an der Leine führen, ansonsten werden Sie zu empfindlichen Geldstrafen durch Bussgelder verurteilt. 
  • Hundehalter haben die ständige Beobachtungs- Pflicht, sie tragen permanent die Verantwortung für alles, was Ihr Tier macht.
  • Hundehalter unterliegen der kostenpflichtigen Chip- Pflicht
  • Die Hundehalter investieren freiwillig ohnehin sehr viel Geld für Hundeschulen und Training, Lektüre, Hunde- Futter, Kleidung der Tiere, Spielzeug, Leinen und andere Accessoires. Die Kosten fallen sehr unterschiedlich aus, da unterschieden werden muss, ob man teures/günstigeres Futter füttert, wie groß der Hund ist und wie viel er frisst und letztendlich natürlich auch, wie viel Geld der Besitzer hat und für das Tier ausgeben will. Da Hunde je nach Rasse, Fütterung und Versorgung zwischen 7 bis teilweise 17 Jahre alt werden, ist der Umsatz, den die Wirtschaft durch die Hundebesitzer generiert, bereits immens.  
  • Hundehalter zahlen viel Geld für kostenpflichtige vorgeschriebene Impfungen, Wurmkuren, für Behandlungen und Untersuchungen bei den Tierärzten. Wenn ein Tier richtig krank wird, sind oft Operationen, Sterilisierungen und Therapien notwendig, die schnell mal einige Hundert € kosten und aus Liebe zum Tier gezahlt wird. Alternativ wird eine Tier- Krankenversicherung abgeschlossen, in denen regelmäßige Beiträge gezahlt werden.   
  • Hundehalter gehen täglich mehrfach bei jedem "Wind und Wetter" mit den Hunden raus. Das erfordert viel Verantwortungsbewusstsein, Zeit und oftmals auch Selbst- Überwindung. Das ist nicht immer nur freiwillig, es ist vorgeschrieben im Tierschutzgesetz und den Haltungsvorschriften der "Hunde". Die Forderung des Tierschutzes besagt, dass jeder Hund das Recht hat, mindestens eine Stunde täglich Freilauf ohne Leine mit dem Tierhalter zu erleben. Diesen Forderungen  schließen sich namhafte Hundetrainer und -Psychologen an, damit Hunde ein soziales, artgerechtes Verhalten und gesundes Selbstvertrauen entwickeln.

Dennoch schränken viele Gemeinde diese Selbstverantwortung der Hundebesitzer ein. Erst verhängten sie den allgemeinen Leinenzwang, der fast überall in Deutschland galt. Doch der Tierschutz klagte, da das dem Tierschutz widersprach. Also wurde der allgemeine Leinenzwang 2016 aufgehoben. Daraufhin erließen die Gemeinden alle unterschiedliche "Hundeverordnungen", in denen den Hundehaltern vorgeschrieben wird, in welchen Gebieten der Städte und Gemeinden nun die Leinenpflicht für die Hunde gilt. Informationen gibt es grundsätzlich nur online, die Bereiche selbst sind kaum vor Ort gekennzeichnet. Auch die Höhe der Bussgelder bei Zuwiderhandlungen werden nirgends öffentlich bekanntgegeben. Die ungerechtfertigt hohen Geldstrafen müssten bekanntgegeben werden, da die Hinweispflicht besteht. Jeder Hundebesitzer muss sich nun, wenn er mit dem Hund verreist, vorher online genau informieren, welche Verordnungen im Reisegebiet für den eigenen Hund gelten. 

  • Hundehalter räumen die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner selber weg, ansonsten drohen Geldstrafen. Hundehalter sind ständig und überall für die Hinterlassenschaften ihrer Hunde verantwortlich. Wer seine Hunde frei laufen lässt, akzeptiert dass sein Tier seine Notdurft in privaten Gärten und Einfahrten verrichtet. Der Hundehalter muss das beseitigen, oder für die Beseitigung der Hundehaufen aufkommen. Viele Gemeinden stellen "Schietbüdel", bzw Gassi- oder Hundekot- Beutel teilweise zwar kostenfrei zur Verfügung, doch wenn man sie wirklich braucht, sind die Behälter leider oft leer.
  • Dafür berechnen die Kommunen jedoch individuell hohe Bußgelder, für nicht entfernte Hundehaufen, in den einzelnen Städten. In Berlin zahlt der Hundeführer 35 Euro, in Düsseldorf 75 Euro und in Frankfurt wird 90 Euro Bussgeld fällig, wenn ein Hundeführer die Hinterlassenschaft des Hundes nicht entfernt. Es ist übrigens ein sehr erhabenes Gefühl, diese Hinterlassenschaft einzusammeln, eine Hand die Hundeleine, mit der anderen Hand den Kotbeutel die Gegend absuchend, wo man sich des Beutels entledigen kann. Das erwähne ich nur, da Hunde ja "purer Luxus sind" und deswegen die Hundesteuer gefordert wird. Friedrich Wilhelm III. erließ mit 28. Oktober 1810 das „Edikt über die neuen Consumptions- und Luxus-Steuern“, indem er Steuern auf Diener, Pferde und Hunde als "so genannte Luxussteuer" einführte. Der Staat war der Ansicht, dass jemand, der es sich leisten kann, Hunde zu halten, genug Geld haben muss, um dafür einen Sonderbeitrag zu zahlen. 
  • Dieser "Steuer- und Versicherungspflicht" und ständiger Bussgeld- Sanktionierung unterliegen weder die Besitzer von Kühen, Katzen, Fischen, Hamster, Vögel oder gar wilder Tiere, obwohl diese Tiere ihre Hinterlassenschaften einfach dort liegen lassen, wo es gerade hinplumpst.

Zusätzliche Konsequenzen für die Hunde der Rasse- Listen

  • Viele EU Länder lassen die Listen- Hunde nicht ein- oder durchreisen.
  • Viele Fluggesellschaften weigern sich, Hunde dieser Hunderassen an Bord zu nehmen.
  • Hotel- und Pensionsbetriebe nehmen keine Listen- Hunde auf, höchstens bei Vorlage des gültigem Negativ-Zeugnis, Gutachten und Versicherung.
  • Hundepensionen verlangen mehr Geld als bei Hunden anderer Rassen.
  • Viele Versicherungsgesellschaften verlangen für die Haftpflichtversicherung einen deutlichen „Kampf- Hunde- Aufschlag“ (tatsächlicher Begriff). 

 

Ganze Hunderassen mit höherer Aggressionsbereitschaft?!

Hunde sorgen für mehr Ausgeglichenheit im Alltag. Hunde haben einen positiven Effekt auf unsere Gesundheit, sie reduzieren Stress, regen zu Bewegung und Kommunikation an. Es ist Unsinn, ganze Hunderassen als "grundsätzlich gefährlich" zu bezeichnen. Einzelne Hunde können aggressiv werden, weil sie falsch gehalten werden, oder weil diese Aggression bei diesem Hund gewollt ist. Auch Kampfhunde wurden ursprünglich zu ganz anderen Zwecken gezüchtet. Einige Rassen wurden nur zu Hundekämpfen missbraucht, da sie aufgrund ihres kräftigen, muskulösen Körperbaus und ihrer Kraft auch sehr erfolgreich waren.

Das ursprüngliche Zuchtziel der Rassen spielt eine gravierende Rolle – zumindest für Bulli, Am Staff, Pit bull und StaffBull, die extra für den Hundekampf gezüchtet wurden. Die Pit Bulls stammen ursprünglich aus den USA, es gibt diverse Kreuzungen zwischen britischen Bulldoggen und Terriern, die Kreuzungen American Staffordshire Terrier, kurz „Am Staff“ genannt. Ziel der Zucht waren kräftige, vierbeinige Kämpfer für die Arena der Tierkämpfe. Die „Pit Bulls“ wurden auf Ratten gehetzt, mussten harte, brutale Kämpfe gegen andere Hunde überstehen. Daraus entwickelte sich eine sehr geringe Reizschwelle zur Aggression gegenüber anderen Hunden, Tieren und Menschen. Leider gibt trotz Verbote nach wie vor in zahlreichen Ländern Hundekämpfe und Tiere, die speziell zur Teilnahme „gezüchtet und systematisch durch aggressive Provokation manipuliert“ werden. Diese Rassen fallen häufiger als andere Hunderassen durch Unverträglich, Aggressionen und geringer Beiss-Hemmschwelle bei Artgenossen und Menschen auf. Die Probleme beginnen oft nach Abschluss der Geschlechtsreife. Die vernünftige, artgerechte Sozialisation ist deswegen gerade bei diesen Hunden enorm wichtig, damit die grundsätzliche "Toleranz, Freundschaft und Verträglichkeit mit anderen Hunden und Menschen" entwickelt wird. 

Zuchtziel bei Rottweiler, Dobermann oder Mastiff ist der Schutz ihrer menschlichen Bezugspersonen, samt dem Zuhause. Alle Hunde, jeder Rasse aus seriösen Zuchtlinien, zeigen ganz normales Hunde- Verhalten. Sie sind putzige, verspielte knuddelige Welpen und ausgewachsen ganz normale, freundliche, liebenswerte, soziale Hunde, wenn sie richtig und verantwortungsvoll erzogen und behandelt werden. Wesens- Unterschiede bei Hunden sind jedoch bereits innerhalb eines Wurfes bei allen kleinen Welpen sichtbar. Jedes Hündchen entwickelt seine eigenen, individuellen Persönlichkeitsmerkmale. Je nachdem, was der kleine Welpe erlebt, wie seine Hundemutter, Geschwister und Züchter mit dem Winzling umgeht und welche Erfahrungen der kleine Hund sammelt. Zum ganz normalen Hundeverhalten gehört es, dass Konflikte durch "Flucht" oder "Kampf" - auch mit Aggressionen - ausgetragen werden, selbst bei niedlichen, puscheligen kleinen Maltesern. Weiterhin gibt es Schreck- und Angstreaktionen bei Hunden. Bei jeder Hunderasse ist der Jagdtrieb und das Beutefang-Verhalten unterschiedlich ausgeprägt. Jeder Hund nutzt sein Maul, um seine Beute zu fangen und festzuhalten. Das geht nur durch Zubeißen, denn Hunde greifen, fangen, halten immer alles mit dem Maul fest, sie können ihre Pfoten dabei nur zu Hilfe nehmen. 

 

Erziehung und Sozialisierung der Hunde 

Der "Charakter jedes Hundes" kann durch „Erziehungsmethoden verdorben" werden - egal welcher Hunderasse der Hund angehört! Hunde brauchen Erziehung, einige Rassen mehr Dominanz und Konsequenz als andere. Aber jeder Hund, der nicht richtig sozialisiert ist, lernt dementsprechend nicht, was "richtig" oder "falsch" ist. Jeder Hund möchte seinen Bezugspersonen gefallen, ein Hund versucht grundsätzlich zu verstehen, was von ihm erwartet wird. Jeder Hund, der seine Position im Rudel nicht kennt, tendiert dazu, sich diese erkämpfen, selbst kleine Malteser oder Chihuahuas. Vernachlässigung und Zwinger- Haltung wirkt sich negativ auf Hunde aus, denn jeder Hund braucht Kontakt zu anderen Menschen und Artgenossen. Hunde fordern die gleiche Zeit, Aufmerksamkeit und konsequente Erziehung wie kleine Kinder, als normale, vernünftige Sozialisierung. 

In der Natur gibt es für alle Tiere immer nur zwei Möglichkeiten, wenn sie bedroht werden: entweder "Flucht" oder "Kampf"! Darum ist eine nur auf Strafe und Isolation ausgerichtete Erziehung jedes Hundes grausam und nicht artgerecht. Ein Hund, der nur bestraft wird, eventuell sogar körperlich, lebt in ständiger Angst und Unsicherheit, er bekommt keine Selbstsicherheit, keine Bestätigung, keine positiven Impulse und kann dieser Situation ja auch nicht entkommen. Es gibt für diesen Hund keine Fluchtmöglichkeiten, also ist "Kampf" seine einzige Chance und wird zum Automatismus. Diese Hunde können nur durch positive, freundlichere Lebens- und Lernerfahrungen oder einschneidende Erlebnisse ihr Verhalten noch ändern. Einsamkeit kann bei Hunden zur Aggression führen. Es gibt aber auch die bewusste Erziehung zur Aggressivität, die bei Polizei und Diensthunden genau so gewollt ist wie bei den Hunden, die für illegale Hundekämpfe eingesetzt werden. Diese Hunde werden dazu erzogen, gegen ihre Artgenossen und Menschen los zugehen. 

 

Konsequenzen für die Hunde dieser Rasse-Listen

Die Konsequenz, einzelne Hunderassen als "Listenhund" abzutan: Es landeten unendlich viele Hunde einsam und verloren im Tierheim. Diese Hunde, die von Hundebesitzer, Kennern und Hundeliebhaber völlig zu Recht als „Kampf- Schmuser“ bezeichnet werden, sitzen oft jahrelang in Tierheimen, weil ihre Vermittlung durch gesetzliche Auflagen und hohe Kosten erschwert wird. Das Leben im Tierheim ist für die Hunde meilenweit von einer artgerechten Hunde- Haltung entfernt, denn kein Tierheim kann ein richtiges Zuhause ersetzen. Die verantwortungslose Entscheidung, diese Hunde der Rassen verallgemeinert zu beurteilen, ohne festzustellen, ob ein Hund freundlich, ängstlich oder aggressiv ist, hatten bittere Konsequenzen für die Hundebesitzer, die ihre Tiere liebten, sie aber weggeben mussten, weil sie die finanziellen Mittel nicht aufbringen konnten. Das Wesen eines Hundes hängt größtenteils davon ab, wie ein Hund als Welpe aufgewachsen ist, welche Erfahrungen der Hund in seinem Leben gesammelt hat. Das Wesen eines Hundes entwickelt sich auch durch soziale Kompetenz und Instinktverhalten der Mutter- Hündin, der Aufzucht im Zuchtbetrieb und natürlich die persönlichen, individuellen Erfahrungen jedes Hundes. Kein Hund kommt problematisch zur Welt. Wie sinnvoll sind also gesetzliche Bestimmungen gegen bestimmte Hunderassen, ohne der sachlichen Rechtfertigung oder juristischen Überprüfung?

Welchen Hunderassen allgemein Aggressivität und Gefährlichkeit unterstellt wird, unterliegt dem "Ermessensspielraum der Gemeinden". Obwohl längst Gerichtsurteile bestätigen, dass die Aufnahme einer Hunderasse in die "Liste angeblich gefährlicher Hunderassen" nicht richtig ist. Das Verwaltungsgericht Göttingen vertrat in einem Urteil vom 12. Juli 2004 mit Recht die Auffassung, dass es keine hinreichenden, sachbezogene Gründe dafür gibt, einen Hund der Rasse Dobermann unter dem Aspekt der "Schadens- Auffälligkeit als Kampfhund" einzustufen, während z.B. der Deutsche Schäferhund, der in etwa gleicher Größe, Beiss- Kraft und Schadens-Auffälligkeit als "als angeblich nachgewiesenes Gefahren- Potential" aufweist, von der erhöhten Hundesteuer freizustellen. Für dieses Regelung gibt es keine rechtfertigenden Gründe.

 

Gerichte widersprachen längst der Rasse- Listenhund- Regelung

Auch das Schleswiger Verwaltungsgericht erklärte, "Eine höhere Hundesteuer darf nur bei nachgewiesener Gefährlichkeit verlangt werden, nicht allein wegen Größe und Gewicht des Tieres. Laut dem Urteil müssen für einen erhöhten Steuersatz konkrete Anhaltspunkte für die „Gefährlichkeit des Hundes“ vorliegen. Die Hundehalter hatten argumentiert, dass ihre Hunde individuell ungefährlich seien und alleine aufgrund der Rasse- Zugehörigkeit auch keine abstrakt erhöhte Gefährlichkeit festgestellt werden könne. Die Gemeinden hatten sich auf Regelungen anderer Bundesländer gestützt, wonach diese Rassen ja als potenziell gefährlich oder als Kampfhunde gelten. Doch nach Ansicht der Schleswiger Richter ist es zwar möglich, dass Kommunen erhöhte Hundesteuersätze auf Regelungen anderer stützen, doch dafür müssten in jedem Fall konkrete tatsächliche Anhaltspunkte für eine Gefährlichkeit vorliegen. Äußere Merkmale wie Größe und Gewicht eines Hundes sind nicht ausreichend. (Quelle: https://www.shz.de/lokales/schleswiger-nachrichten/gericht-entscheidet-hoehere-hundesteuer-bei-abstrakter-gefaehrlichkeit-id14719616.html)

Auch aus Sicht des Tierschutzes ist es falsch, bestimmte Hunderassen - also kräftige Hunde - generell als gefährlich einzustufen. Dies wird den überwiegend freundlichen, zuverlässigen Hunden dieser Rassen und den vielen Mischlingen einfach nicht gerecht! Einige Bundesländer führen dann zwar zweigeteilte Listen mit "gefährlicher" und "weniger gefährlich" eingestuften Rassen ein. Doch die Vorschriften zur Haltung und Führung der o.g. "Listen-Hunde“ beinhalten weiterhin unterschiedliche Rasse-spezifische Sonderregelungen. Die einzelnen Beträge wirken gering, doch rechnet man es auf die Anzahl der Hunde in Deutschland hoch, kommen immense Beträge zustande: 

  • Wesens- Test, selbstverständlich kostenpflichtig (100 - 350 €) 
  • Führungszeugnis (13 €)
  • Chip- Pflicht (30 - 50 €)
  • Hundeführerschein (Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums kostet die Prüfung ab 40 Euro je nach Prüfer.
  • Hinzu kommt die Anmeldepflicht im neu ausgedachten zentralen Hunde-Register. Die Registrierung des Hundes im Hunde- Register kostet den Hundehalter zwischen 14 und 24 Euro und wird unter Androhung von Geldstrafen von bis zu 10.000 € bei Zuwiderhandlung erzwungen 
  • Leinen- und Maulkorbzwang - mit kostenpflichtiger Ausnahmeregelung ist möglich 
  • Versicherungs- und Genehmigungspflicht
  • Pflicht zur Sachkunde-Prüfung (Der Sachkunde- Nachweis muss von allen Hundehaltern absolviert werden, deren Hunde das Gewicht von über 20 kg erreichen, somit zu den großen Hunde- Rassen zählen. Der Sachkunde- Nachweis wird üblicherweise beim ortsansässigen Tierarzt oder dem Veterinär-Amt absolviert. In Deutschland gibt es verschiedene Sachkunde- Nachweise, die Kosten liegen zwischen 35 bis 50 €).
  • bis hin zum Haltungsverbot
  • Zucht- Vorschriften bzw. Verbote  

Wenn die Hunderasse auf der Rasse- Liste des eigenen Bundeslandes steht, haben Halter dieser Hunde besondere Anforderungen bei Anschaffung und Haltung des Hundes zu beachten. Konsequenterweise haben alle Bundesländer unterschiedliche Regelungen. Grundsätzlich muss der Hundehalter Volljährigkeit, ein einwandfreies Führungszeugnis und die Sachkunde- Prüfung (Hundeführerschein) nachweisen. Der Hund muss gechippt sein, einen Wesens- Test bestehen, es gibt Leinenzwang und Maulkorb- Pflicht, die Hunde- Haftpflicht- Versicherungspflicht. Einige Bundesländer fordern, dass das Grundstück eingezäunt oder der Hund kastriert wird. Mit dem Wesens- Test wird festgestellt, dass keine Gefahr vom Hund ausgeht, ob Krankheiten vorliegen und ob das Tier einer medikamentösen Ruhigstellung bedarf. Es wird getestet, wie der Hund reagiert, wenn der Hund auf Menschen oder andere Hunde trifft und wie das Tier auf bestimmte Reize der Umwelt reagiert und ob der Hund einen „Rudel- Führer“ als Führungsposition akzeptiert. Ein bestandener Wesens- Test bleibt nur bis auf Widerruf gültig und kann erneut verlangt werden. In den meisten Bundesländern kann der Hund, nach bestandenem Wesens-Test von den allgemein vorgeschriebenen Maßnahmen befreit werden.

 

Rasseliste als finanzielle Abzocke und gleichzeitige "Schutzlosigkeit" durch starke Schutz- und Begleithunde!

Für Hunde der "Rasseliste" besteht Zucht- und Importverbot, sowie Kennzeichnung- und Kastration- Zwang, bis hin zur "Anordnung zur Tötung" bei nicht bestandenem Wesens- Test des Hundes. Das Hunde- Verbringungs- und Hunde-Einfuhrbeschränkung verbietet Kreuzungen mit diesen Hunde-Rassen. Es ist verboten, Hunde dieser Rassen nach Deutschland zu bringen oder einzuführen. Ausnahmen gelten allerdings für Diensthunde, Blindenhunde, Behindertenbegleithunde und Rettungshunde! Bei kurzfristigem Aufenthalt des Hundes (bis 4 Wochen) bzw. bei nachweislicher Berechtigung zur Haltung des Hundes im jeweiligen Bundesland, gibt es ebenfalls eine Ausnahme. Dass für die Diensthunde dieser Hunde- Rassen, die beim Zoll, Polizei und anderen Behörden eingesetzt sind, Ausnahmeregelungen geschaffen wurden und dass Hunde dieser Rassen sogar als Behinderten- Begleithunde eingesetzt und erlaubt sind, beweist doch, dass die "Erziehung" dieser Hunde möglich ist.   

 

 

Gegen jeden individuell, tatsächlich auffälligen, gefährlichen Hund können jederzeit Sofort- Maßnahmen ergriffen werden. Man kann also grundsätzlich durch Leinen- und Maulkorbzwang für einen tatsächlich  gefährlichen, auffälligen Hund andere Menschen und Tiere schützen! Aber wenn so viel Geld verdient wird, weil alle Hunde dieser Rassen verallgemeinert abgeurteilt werden, dann bleiben uns diese Regelungen wohl noch lange erhalten. UNWICHTIG, was man den Hunden damit antut oder den Menschen, die das Wesen und Verhalten des eigenen Hundes beurteilen könnten, wenn sie vernünftig sind! Während zeitgleich Asylanten massenweise ins Land geholt werden, vor denen uns diese großen starken Hunde beschützen könnten!

 https://listenhunde-nothilfe.de/vermittlung/

 

 

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